Die eingestürzte Brücke in Genua | Bildquelle: dpa

Brückenreste in Genua Abreißen oder stützen

Stand: 22.08.2018 15:47 Uhr

Trümmerteile, Brückenreste und auffällige Geräusche - nach Ansicht von Experten gibt es nur zwei Optionen: Ein Teil der Reste der eingestürzten Brücke von Genua muss schnell abgerissen oder gestützt werden.

Ein Teil der Reste der eingestürzten Brücke in Genua muss nach Ansicht von Experten schnell abgerissen oder gestützt werden. Das geht aus einem Schreiben einer Expertenkommission an die Behörden vor, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte den Bericht. Die Warnung betrifft nur den östlichen Rumpf des Morandi-Viadukts, das vor mehr als einer Woche in der italienischen Stadt eingestürzt war.

Auffällige Geräusche

Am Pfeiler, der den Rumpf der Brücke stützt, sei die Korrosion des Materials hochgradig vorangeschritten, sagte die Präfektin von Genua, Fiamma Spena, laut Ansa. Nach Angaben der Feuerwehr von Montag waren am östlichen Rumpf auffällige Geräusche wahrgenommen worden. Von dem Pylon gehe Gefahr aus, sagte Spena, konnte aber nicht beantworten, ob ein Einsturz droht.

Luftaufnahme der eingestürzten Morandi-Autobahnbrücke in Genua | Bildquelle: dpa
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Teile der Brücke stehen noch, der Rest liegt in Trümmern: die eingestürzte Brücke von Genua.

"Ohne Abriss kein Wiederaufbau"

"Man muss sicher den Rumpf so schnell wie möglich abreißen. Erstens um die Sicherheit zu garantieren, auch wenn das Gebiet bereits geräumt ist und deshalb kein Mensch in Gefahr ist. Zweitens weil ohne den Abriss der Wiederaufbau nicht beginnen kann", sagte der Präsident der Region Ligurien und Kommissar für den Wiederaufbau, Giovanni Toti.

In acht Monaten eine neue Brücke?

Der Brückenbetreiber Autostrade per l'Italia hatte angekündigt, innerhalb von acht Monaten eine neue Autobahn-Brücke zu bauen, sobald eine Genehmigung vorliege. Die neue Stahlbrücke solle modernen Technologien entsprechen. Premierminister Giuseppe Conte hatte am Freitag einen Prozess eingeleitet, um der privaten Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia ihre Lizenz zu entziehen.

Italiens populistische Regierung hatte bereits kurz nach dem Unglück den privaten Betreiber dafür verantwortlich gemacht und angekündigt, ihn dafür in Haftung zu nehmen.

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Satellitenaufnahmen der Morandi-Brücke in Genua

Satellitenbild der Morandi-Brücke in Genua | Bildquelle: European Space Imaging
Satellitenbild der Morandi-Brücke in Genua | Bildquelle: European Space Imaging

Satellitenaufnahmen der Morandi-Brücke in Genua vor und nach dem Einsturz am 14. August 2018. | Bildquelle: European Space Imaging

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Brücke war wichtige Verkehrsachse

Beim Einsturz einer Autobahnbrücke über ein Wohngebiet in Genua kamen in der vergangenen Woche 43 Menschen ums Leben. Die Brücke ist Teil der Autobahn A10 entlang der Riviera-Küste. Sie war eine wichtige Verkehrsachse, ohne sie droht ein langer Verkehrskollaps.

Unter der Brücke liegen einige Wohnhäuser, die bereits evakuiert wurden. Bewohner dürfen auch keine Besitztümer aus den Häusern holen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mangelnder Wartung und Konstruktion als möglichen Unglücksursachen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2018 um 14:00 Uhr.

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