Der saudische Kronprinz bei der Konferenz in Riad | Bildquelle: FARES GHAITH/EPA-EFE/REX/Shutter

Trotz Khashoggi-Tod Saudi-Arabien schließt Milliardenaufträge ab

Stand: 23.10.2018 22:22 Uhr

Nach dem Tod des Regimekritikers Khashoggi hatte es Absagen gehagelt. Dennoch konnte Saudi-Arabien auf der Investorenkonferenz Geschäfte von mehr als 50 Milliarden Dollar abschließen.

Bei der Investorenkonferenz in Saudi-Arabien hat das Land Geschäfte in Höhe von mehr als 50 Milliarden Dollar abgeschlossen. Wegen der zuvor eingeräumten Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi wurde die Veranstaltung von zahlreichen Politikern und Wirtschaftsführern boykottiert.

Trotzdem wurden in Riad erste Verträge in den Sektoren Öl, Gas und Verkehr geschlossen, wie Regierungssprecher mitteilten. Mit von der Partie unter anderem: Südkoreas Autobauer Hyundai, der amerikanische Ölfeldausrüster Schlumberger sowie der französische Ölkonzern Total. Allein der saudi-arabische Energiekonzern Aramco hat 15 Abkommen in Höhe von mehr als 34 Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Konferenz wird hauptsächlich vom saudi-arabischen Staatsfonds PIF getragen, der mit Investitionsmöglichkeiten wirbt.

Verpasstes Geschäft für Siemens

Allein der saudische Energie-Riese Aramco schloss 15 Abkommen im Wert von mehr als 34 Milliarden Dollar ab. Siemens-Chef Joe Kaeser verpasst einem Insider zufolge durch die Absage seines Besuchs die Unterzeichnung eines möglicherweise milliardenschweren Kraftwerk-Auftrags des Golf-Staates. Er hatte nach erheblicher Kritik seine Teilnahme in Riad abgesagt.

Bereits im April hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in Paris einen Teil der nun in Riad abgeschlossenen Geschäfte eingefädelt. Er traf Vorabsprachen mit Total und anderen französischen Firmen über geplante Abkommen im Volumen von zwölf Milliarden Dollar.

Hohe Investitionen trotz Absagen zahlreicher Konferenzteilnehmer im Vorfeld
tagesthemen 22:15 Uhr, 23.10.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Kronprinz zufrieden mit Konferenz

Mohammed bin Salman wurde zum Auftakt der Konferenz mit dem Titel "Future Investment Initiative" (FII) mit Applaus empfangen. Bilder des saudi-arabischen Senders Al-Ekhbariya zeigten, wie sich die Gäste erhoben, als der 33 Jahre alte Thronfolger den Veranstaltungssaal betrat. Der Kronprinz äußerte sich anschließend zufrieden über die Konferenz.

Der Anfang Oktober ums Leben gekommene Khashoggi galt als vehementer Kritiker Mohammed bin Salmans. Riad hatte erst nach wochenlangen Dementis eingeräumt, dass der Journalist im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul zu Tode kam. "Niemand im Königreich kann das rechtfertigen oder erklären", sagte der saudi-arabische Energieminister Chalid al-Falih dazu auf der Konferenz.

Neben dem Siemens-Chef hatten IWF-Chefin Christine Lagarde, US-Finanzminister Steven Mnuchin und ranghohe Minister aus Großbritannien und Frankreich ihre Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt.

Zwischen Mord und Investment: Der Fall Khashoggi überschattet eine Wirtschaftskonferenz in Saudi-Arabien
Björn Blaschke, ARD Kairo
24.10.2018 06:58 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Oktober 2018 um 22:15 Uhr.

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