Rauch über der afghanischen Stadt Ghasni | Bildquelle: AFP

Kampf gegen Taliban 100 Sicherheitskräfte in Ghasni getötet

Stand: 13.08.2018 14:40 Uhr

Hunderte Menschen haben im afghanischen Ghasni ihr Leben verloren, seit die Taliban die Stadt angegriffen haben. Unter den Toten sind laut Verteidigungsministerium mindestens 100 Sicherheitskräfte und 20 Zivilisten.

Beim Kampf gegen die Taliban sind in der afghanischen Stadt Ghasni mindestens 100 Sicherheitskräfte getötet worden. Das gab der afghanische Verteidigungsminister Tariq Shah Bahrami bekannt. Auch 20 bis 30 Zivilisten hätten ihr Leben verloren. Außerdem seien 194 Extremisten getötet worden, darunter zwölf Anführer.

Es ist der vierte Tag der Gefechte. Am Donnerstagabend hatten die islamistischen Taliban einen großangelegten Angriff auf die Stadt im Südosten Afghanistans gestartet. Am Samstag hatten die afghanische Regierung und Vertreter der USA erklärt, die Stadt befinde sich unter Kontrolle der Regierungstruppen. Am Sonntag hieß es dann von den Behörden, die Lage sei "chaotisch".

Lebensmittel werden knapp

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete vor Ort von Taliban-Kämpfern, die durch die Stadt streiften, Regierungsgebäude anzündeten und Kontrollstellen der Polizei unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Die Angaben zur Lage in Ghasni sind nur schwer zu überprüfen, weil dort weder das Strom- noch das Mobilfunknetz funktionierten. Die Taliban zerstörten einen Fernmeldeturm und griffen die Büros mehrerer Medien an.

Die Vereinten Nationen hatten Sorge um die Menschen in der Stadt geäußert. "Einwohner von Ghasni müssen mit ansehen, wie ihre Stadt sich seit Freitag in ein Schlachtfeld verwandelt hat", sagte der Koordinator für Humanitäre Angelegenheiten, Rik Peeperkorn. Krankenhäuser hätten kaum mehr Medikamente, auch Lebensmittel in der 270.000-Einwohner-Stadt würden knapp. Peeperkorn appellierte an alle Konfliktparteien, internationales Recht zu respektieren und das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen.

Über dieses Thema berichtete am 13. August 2018 Deutschlandfunk um 14:00 Uhr und NDR Info um 14:45 Uhr.

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