Der Tanker "Grace 1" liegt vor der Küste von Gibraltar. | Bildquelle: REUTERS

Iranischer Öltanker Gibraltar lehnt Beschlagnahmung von "Grace 1" ab

Stand: 18.08.2019 18:33 Uhr

Die USA forderten, den im Juli festgesetzten iranischen Öltanker "Grace 1" dauerhaft zu beschlagnahmen. Das hat die Regierung in Gibraltar nun abgelehnt. Der Tanker will die Region nun bald verlassen.

Gibraltar hat die Forderung der USA zurückgewiesen, den iranischen Öltanker "Grace 1" dauerhaft zu beschlagnahmen. Das US-Justizministerium hatte diesen Antrag mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze und Terrorismusstatuten begründet. Die US-Staatsanwaltschaft erklärte, das Schiff sei Teil eines Plans der iranischen Revolutionsgarden zur Unterstützung illegaler Lieferungen des Irans an Syrien.

Die dauerhafte Beschlagnahmung wies die Regierung in Gibraltar nun mit der Begründung zurück, dass die Verfügung eines Bundesgerichts in Washington "untrennbar" mit den Sanktionen der USA gegen den Iran verbunden sei. In Großbritannien und dem Rest der EU gebe es aber keine Entsprechungen für US-Sanktionen gegen den Iran.

Freigabe durch Oberstes Gericht

Der Tanker mit 2,1 Millionen Barrel iranischen Rohöls an Bord war am 4. Juli vor Gibraltar festgesetzt worden. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstößt.

Am Donnerstag gab das Oberste Gericht Gibraltars die "Grace 1" wieder frei. Teheran hatte dem britischen Überseegebiet an der Südspitze Spaniens zuvor schriftlich versichert, dass die Frach nicht nach Syrien gebracht werden soll. Das britische Ministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Die Straße von Hormus
06.05.2019, Wibke Harms, ARD aktuell

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Neue Besatzung auf Tanker erwartet

Die Regierung in Gibraltar teilte zudem mit, dass das Schiff abfahren dürfe. Es werde erwartet, dass der iranische Tanker in Kürze mit einer neuen Crew die Region verlässt.

Der Tanker wurde inzwischen in "Adrian Darya 1" umbenannt. Das Schiff soll nun unter iranischer Flagge weiterfahren. Zuvor war es unter der Flagge Panamas gefahren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. August 2019 um 19:00 Uhr.

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