Kim Jong Un gibt Chung Eui-yong die Hand | Bildquelle: REUTERS

Friedensgespräche Süd- und Nordkorea vereinbaren Gipfeltreffen

Stand: 06.03.2018 12:55 Uhr

Nord- und Südkorea wollen die Annäherung vorantreiben. Wie die südkoreanische Regierung mitteilte, soll Ende April ein gesamtkoreanisches Gipfeltreffen stattfinden.

Süd- und Nordkorea haben sich auf ein baldiges Gipfeltreffen zwischen beiden Ländern geeinigt. Das Treffen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un solle Ende April stattfinden, teilte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong nach seinem zweitägigen Besuch in Pjöngjang mit.

Zudem wurde nach seinen Angaben vereinbart, zwischen den Führungen der beiden seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten erstmals eine direkte Hotline einzurichten, um die militärischen Spannungen abzubauen und eine enge Koordination zu ermöglichen. Das erste Telefonat über diese Hotline soll es laut Chung noch vor dem Gipfeltreffen geben.

Treffen in Panmunjom

Das dritte gesamtkoreanische Spitzentreffen seit dem Jahr 2000 soll im Grenzort Panmunjom stattfinden. 2017 hatten sich die Spannungen in der Region noch deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben jetzt das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen.

Keine Raketentests während des Dialogs

Die nordkoreanische Seite habe bei den Gesprächen in Pjöngjang betont, dass es keinen Grund habe, Atomwaffen zu besitzen, wenn es eine Sicherheitsgarantie habe, sagte Chung. Nordkorea habe außerdem seine Bereitschaft zum Dialog mit den USA geäußert. Sollten Gespräche mit Washington stattfinden, wolle Nordkorea seine Atom- und Raketentests einfrieren.

Moon hatte am Montag eine Delegation von fünf Emissären unter Leitung von Chung auch mit der Absicht nach Nordkorea geschickt, die kommunistische Führung in Pjöngjang und Washington an einen Tisch zu bringen. Kim Jong Un hatte die südkoreanischen Abgesandten nach deren Ankunft am Montag getroffen und für sie ein Abendessen gegeben. Es war das erste Mal seit seiner Machtübernahme Ende 2011, dass der Diktator hochrangige Vertreter Südkoreas traf. 

Südkoreanische Delegation trifft auf nordkoreanische Delegation | Bildquelle: REUTERS
galerie

Am Montag empfing Kim Jong eine hochrangige südkoreanische Delegation.

Pentagon "vorsichtig optimistisch"

Der Entspannungskurs begann mit der Teilnahme des Nordens an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar. Angesichts einer langen Geschichte von Blutvergießen, Drohungen und Feindseligkeiten auf der koreanischen Halbinsel wurde der warme Umgangston aber auch mit Skepsis aufgenommen. Einige Experten vermuten, Pjöngjang könnte ein besseres Verhältnis zu Seoul nutzen, um internationalen Druck und Sanktionen abzuschwächen.

Ein Sprecher des Pentagons sagte am Montag, man sei "vorsichtig optimistisch" über die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea. "Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass wir die militärischen Optionen zur Verteidigung der koreanischen Halbinsel beibehalten und dass wir Schulter an Schulter mit unseren südkoreanischen Verbündeten stehen."

Über dieses Thema berichteten am 06. März 2018 tagesschau24 um 12:30 Uhr in den "Hundert Sekunden" und die tagesschau um 14:00 Uhr.

Darstellung: