Christos Pappas (Archivbild von 2017) | Bildquelle: picture alliance / NurPhoto

Griechische Neonazi-Partei Vize der "Goldenen Morgenröte" taucht ab

Stand: 23.10.2020 12:32 Uhr

Der Prozess galt als einer der wichtigsten in der Geschichte Griechenlands: Vergangene Woche wurden Führungspolitiker der rechtsextremen Partei "Goldene Morgenröte" zu langer Haft verurteilt. Einer von ihnen ist nun unauffindbar.

Nach dem Urteil gegen die Führungsspitze der griechischen Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" hat sich ihr Vizechef seiner Festnahme entzogen. Christos Pappas werde sich den Behörden nicht stellen, teilte sein Anwalt mit. Beamte durchsuchten daraufhin mehrere Wohnungen, konnten Pappas jedoch nicht ausfindig machen, wie der Fernsehsender TV ERT berichtete.

Der 58-Jährige muss wegen Führung einer kriminellen Organisation für 13 Jahre in Gefängnis. Der Chef der "Goldene Morgenröte", Nikos Michaloliakos, und etliche weitere Verurteilte hatten sich bereits am Donnerstag der Polizei gestellt, um ihre Haftstrafen anzutreten. 

Mammutprozess dauerte fünfeinhalb Jahre

Rund 50 Parteimitglieder wurden vergangene Woche nach einem fünfeinhalbjährigen Mammutprozess zu teilweise hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Sechs ehemalige Führungsmitglieder und Abgeordnete der Partei erhielten Haftstrafen zwischen zehn und 13 Jahren.

Der Prozess galt als einer der wichtigsten in der politischen Geschichte Griechenlands. Die Verurteilung der Parteispitze wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung wird als wegweisend gesehen.

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