Der Mond | Bildquelle: dpa

50 Jahre nach Apollo 11 Goldrausch im Weltall

Stand: 31.05.2019 18:52 Uhr

Die USA, China, Russland, Europas ESA-Nationen, Israel - mehrere Länder planen einen neuen bemannten Flug zum Mond. Ein Wettlauf im Weltall ist entstanden, bei dem es vor allem um wirtschaftliche Interessen geht.

Von Ute Spangenberger, SWR

Vor 50 Jahren setzte zum ersten Mal ein Mensch einen Fuß auf den Mond. Mit der Apollo-11-Mission und der erfolgreichen Landung der Raumfähre "Eagle" auf dem Erdtrabanten hatten die Amerikaner 1969 ein Stück Menschheitsgeschichte geschrieben. Fünf Mondlandungen folgten, bevor die NASA das Apollo-Programm Anfang der 1970er-Jahre aufgab.

Das Ziel, die Sowjetunion zu übertrumpfen, war erreicht. Das Programm wurde zu teuer. Der Mond wirkte damals wissenschaftlich nicht interessant genug. Seitdem war kein Mensch mehr dort.

Goldrausch im Weltall - Raumfahrtsymposium in Speyer über die Zukunft der europäischen Raumfahrt
tagesthemen 22:15 Uhr, 30.05.2019, Ute Spangenberger, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Der Mond als Sprungbrett

Jetzt scheint eine neue bemannte Mondlandung unmittelbar bevor zu stehen. Nicht "back to the moon" ("zurück zum Mond"), sondern "forward to the moon" ("vorwärts zum Mond") ist die neue Losung. Der Mond ist für die Raumfahrtnationen wieder interessant geworden.

"Wir wollen dort weitermachen, wo Apollo damals aufgehört hat", sagt der deutsche Astronaut Matthias Maurer von der European Space Agency (ESA). "Mittlerweile wissen wir: Es gibt Wasser auf dem Mond, in tiefen Kratern. Und Wasser ist eine ganz wichtige Ressource. Der Mond kann das Sprungbrett werden, um weiter in den Weltraum zu fliegen."

Das Foto zeigt den Erdaufgang über dem Horizont des Mondes am 24.12.1968 aus der Sicht der Apollo 8 Mission. | Bildquelle: dpa
galerie

Erdaufgang über dem Horizont des Mondes aus der Sicht der Apollo-8-Mission im Jahr 1968. Nicht nur der Mond, der Weltraum insgesamt ist interessanter denn je.

Viel Geld zu verdienen

Nicht nur der Mond, der Weltraum insgesamt ist interessanter denn je. Auch, weil es dort viel Geld zu verdienen gibt: Weltallgestütztes Internet, finanzkräftige Touristen, die um den Mond fliegen, Rohstoffabbau auf Asteroiden - kurz- und mittelfristige Ziele gibt es genug.

Anders als in den 1960er-Jahren, als sich die USA und die UdSSR einen Zweikampf lieferten, gibt es heute viele Wettbewerber - auch Privatfirmen wie das Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Amerikaners Elon Musk.

Dynamik durch private Firmen

Anfangs belächelt, haben die privaten Unternehmen viel Dynamik in die Raumfahrt gebracht. Erst im März hatte SpaceX ein neues Kapitel Raumfahrtgeschichte geschrieben. Die Raumkapsel "Crew Dragon" dockte an der Internationalen Raumstation (ISS) an. Zum ersten Mal gelang dies einem Privatunternehmen.

Der neue Wettbewerb im All hat auch den Wettlauf um die Rückkehr zum Mond angefacht. Kürzlich hatte US-Vizepräsident Mike Pence gesagt, dass die Amerikaner bis Mitte der 2020er-Jahre wieder auf dem Mond landen werden - das sei eine Vorgabe von US-Präsident Donald Trump.

Mondmission von 1969 | Bildquelle: picture-alliance / dpa
galerie

Am 20. Juli 1969 landeten die Astronauten Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin mit der Mondfähre "Eagle" auf dem Erdtrabanten.

Wettbewerb mit der NASA

Der deutsche Astronaut Ulrich Walter schätzt das so ein: "Die NASA sagt, wir fliegen jetzt zum Mond, aber gleichzeitig gib es zwei Privatfirmen, nämlich SpaceX und Blue Origin, die sagen, wir werden auch privat selbst dorthin fliegen." Deswegen gebe es "sozusagen intern bei den Amerikanern" einen Wettbewerb zwischen der NASA und Privatunternehmen zum Mond und zum Mars. "Und das wird interessant."

Mal miteinander, mal gegeneinander: Klar ist, die Raumfahrt kostet so viel Geld, dass die Nationen Privatfirmen mit ins Boot holen müssen. "Wir müssen viele Leute involvieren, die die Technik haben", sagt Maurer. Geschäftsmodelle für Privatfirmen im All gebe es genug. "Zum Beispiel könnte man etwas im Weltraum aufbauen, um Energie im Weltraum zu erzeugen und runterzuschicken zur Erde", so der ESA-Astronaut. "Oder man könnte die ganzen Satelliten, die wir im Weltraum haben, dort warten und auftanken. Das machen wir im Moment noch nicht." Es sei günstiger, die Satelliten im geostationären Orbit um die Erde vom Mond aus wieder aufzutanken, als von der Erde aus Raketen hochzuschicken.

Gemeinsam im "Monddorf"

Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der ESA, hofft, dass viele Nationen gemeinsam mit Privatunternehmen auf dem Mond zusammenarbeiten werden - in einem "moon village", einem Monddorf. Dass es diesbezüglich durchaus auch kommerzielle Interessen gibt, freut ihn. "Wenn Elon Musk sagt 'moon base' - prima! Wenn Amazon-Chef Jeff Bezos sagt 'city on the moon', dann ist das genau das Richtige: dass alle Akteure dieselbe Richtung anstreben", sagt Wörner. "Jetzt müssen wir nur die Gemeinsamkeiten zusammenpacken, und dann wird das was ganz Tolles."

Wissenschaftler und Unternehmer träumen davon, noch in diesem Jahrhundert eine bemannte Marsmission zu starten. Auf dem Mond wollen sie jetzt dafür üben. Anfang des Jahres war es China gelungen, zum ersten Mal eine Sonde auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu landen.

Astronaut Walter sagt, dass es Teil des menschlichen Strebens sei, den Weltraum zu erkunden: "Genau wie sich Kolumbus vor ein paar hundert Jahren aufgemacht hat, einen neuen Kontinent zu entdecken, erobern wir jetzt den nahen Weltraum."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. Mai 2019 um 22:15 Uhr.

Korrespondent

Ute Spangenberger Logo SWR

Ute Spangenberger, SWR

Darstellung: