Richard Grenell | Bildquelle: dpa

Botschafter in Deutschland Grenell wird US-Geheimdienstkoordinator

Stand: 20.02.2020 02:12 Uhr

Richard Grenell hat immer wieder Schlagzeilen mit polarisierenden Äußerungen und scharfer Kritik an der deutschen Regierungspolitik gemacht. Nun wechselt der US-Botschafter von Berlin nach Washington.

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, wird der geschäftsführende Geheimdienstkoordinator im Weißen Haus. Das teilte US-Präsident Donald Trump über Twitter mit.

"Rick hat unser Land äußerst gut repräsentiert, und ich freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten", schrieb Trump dazu. Grenell folgt damit auf den amtierenden Koordinator Joseph Maguire, der im August Dan Coats auf dem Posten abgelöst hatte. Grenell gilt als extrem loyal zu Trump und rühmt sich immer wieder eines guten Drahtes ins Weiße Haus. Am Sonntag hatte er auf Twitter geschrieben, Trump habe ihn gerade angerufen.

Grenell - ein Mann mit vielen Funktionen

Richard Grenell ist nicht nur US-Botschafter in Deutschland. Schon seit einer Weile übt er auch die Funktion des US-Sondergesandten für Serbien und dem Kosovo aus. Nun kommt zusätzlich zu diesen beiden Jobs der Posten als Geheimdienstkoordinator im Weißen Haus dazu - allerdings geschäftsführend und damit vorübergehend. Er selbst gab an, dafür nur einige Monate in Washington bleiben zu wollen. Zudem stellte Grenell klar, dass er als Kandidat für eine dauerhafte Besetzung des dem Postens nicht in Frage komme.

Er löst den amtierenden Geheimdienstkoordinator Joseph Maguire ab, der auch nur vorübergehend im Amt war. Weil Maguire nicht vom US-Senat bestätigt wurde, muss er am 12. März ausscheiden. Grenell soll nun ebenfalls die Position nur solange vertreten, bis über die Neubesetzung der Stelle entschieden ist. Ob dann der Senat über eine dauerhafte Lösung entscheiden soll oder US-Präsident Donald Trump weiter am Rotationsprinzip festhält, ist die Frage.

Grenell sorgte immer wieder für Verärgerung

Während seiner Zeit als Botschafter in Deutschland machte Grenell immer wieder Schlagzeilen mit polarisierenden Äußerungen und für einen Diplomaten ungewöhnlich scharfer Kritik an der deutschen Regierungspolitik, wenn diese amerikanischen Interessen entgegenlief.

Der Direktor der Nachrichtendienste (DNI) hat die Aufgabe, die verschiedenen US-Geheimdienste zu koordinieren. Maguire hat den Posten ebenfalls nur geschäftsführend inne, das heißt, er ist für die Aufgabe nicht vom Senat bestätigt worden. Deswegen kann er der "New York Times" zufolge nur noch maximal bis 12. März im Amt bleiben. Coats hatte den Spitzenposten seit März 2017 inne. Gegen Ende seiner Amtszeit wurden immer wieder Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Trump öffentlich erkennbar, unter anderem in Bezug auf den Konflikt mit dem Iran.

Nach Coats' Abgang legte auch dessen Stellvertreterin Sue Gordon ihr Amt nieder. Ursprünglich hatte Trump daraufhin den republikanischen Abgeordneten John Ratcliffe als Nachfolger für Coats vorgesehen, doch gab dieser nach zahlreichen kritischen Medienberichten über seine Vergangenheit auf. Daraufhin hob Trump Maguire auf den Posten, den damaligen Direktor des Terrorabwehrzentrums.

Trump macht Botschafter Grenell zum Geheimdienstkoordinator
Katrin Brand, ARD Washington
20.02.2020 06:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Februar 2020 um 06:30 Uhr.

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