Das Kaufhaus Harrods an der Knightsbridge in London | Bildquelle: AFP

Großbritannien verhängt Sanktionen "Keine Häuser, keine Weihnachtsgeschenke"

Stand: 06.07.2020 20:17 Uhr

Großbritannien hat erstmals im Alleingang Sanktionen gegen Dutzende Personen wegen Menschenrechtsverletzungen verhängt. Sie dürfen nicht mehr einreisen und keine Luxus-Immobilien mehr kaufen.

Wegen Menschenrechtsverletzungen hat Großbritannien neue Sanktionen erlassen. Sie betreffen Personen, die für den Tod des russischen Anwalts Sergej Magnitski, des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi, für die systematische Ermordung der muslimischen Rohingya-Minderheit aus Myanmar und für die Zwangsarbeit in Nordkorea verantwortlich seien, teilte Außenminister Dominic Raab im Parlament mit.

"Kein schmutziges Geld mehr waschen"

Diejenigen, an deren Händen Blut klebe, dürften nicht nach Großbritannien kommen, um "Immobilien an der King's Road zu kaufen, ihre Weihnachtseinkäufe in Knightsbridge zu erledigen oder schmutziges Geld über britische Banken zu waschen", sagte Raab.

Zu den Sanktionen gehören Einreiseverbote und das Einfrieren von Konten im Vereinigten Königreich. Bislang hatte Großbritannien Sanktionen gemeinsam mit Organisationen wie den Vereinten Nationen verhängt.

Kritiker zweifeln an natürlichem Tod

Der Anwalt Magnitski hatte Beamten des russischen Innenministeriums Millionenbetrug vorgeworfen, war dann unter Vorwürfen des Steuerbetrugs festgenommen worden und starb Ende 2009 im Untersuchungsgefängnis. Nach offiziellen Angaben starb der 37-Jährige an Herzversagen - eine Darstellung, die Kritiker allerdings bezweifeln.

Laut Magnitskis Arbeitgeber, einer westlichen Investment-Firma, wurde der Jurist in der Untersuchungshaft misshandelt. 2013 sprach ihn ein russisches Gericht der Steuerflucht schuldig. Die Sanktionen betreffen auch Alexander Bastrykin, den Chef der obersten Ermittlungsbehörde.

Im Fall Khashoggi hatte die saudische Regierung den Mord auf internationalen Druck eingeräumt. Ein Sonderkommando aus Riad hatte den Journalisten am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul brutal getötet, als er Papiere für seine geplante Hochzeit abholen wollte. Von seinem Leichnam fehlt bis heute jede Spur.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juli 2020 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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