US-Gefangenenlager Guantanamo (Archivbild 2013) | Bildquelle: AP

US-Gefangenenlager Guantánamo-Kommandeur entlassen

Stand: 29.04.2019 11:21 Uhr

Der Kommandeur des US-Gefangenenlagers Guantánamo ist entlassen worden. Das US-Militär erklärte, man habe das Vertrauen in seine Fähigkeit verloren. Zuvor soll es Ermittlungen gegen John Ring gegeben haben.

Der für das US-Gefangenenlager Guantánamo zuständige Kommandeur, Konteradmiral John Ring, ist seines Amtes enthoben worden. Wie das US Southern Command in Doral (Florida) mitteilte, sei der Grund "der Verlust des Vertrauens in seine Fähigkeit zu kommandieren".

Rings bisheriger Stellvertreter, Brigadegeneral John Hussey, werde die Führung der "Joint Task Force Guantanamo" kommissarisch übernehmen. Der Wechsel werde keine Auswirkungen auf die Gefangenen in dem US-Lager auf Kuba haben.

John Ring, der ehemalige Kommandeur des US-Gefangenenlagers Guantánamo | Bildquelle: AP
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John Ring hatte das Kommando über Guantánamo seit April 2018 geführt.

Ermittlungen seit März

Der "New York Times" zufolge wurde Ring nur sieben Wochen vor seinem regulären Ausscheiden als Camp-Leiter seines Amtes enthoben. Der Schritt soll laut einer Militär-Sprecherin auf Ermittlungen gegen Ring gefolgt sein, die seit März gelaufen seien.

Dem Bericht zufolge hatte sich Ring für einen Neubau eines Hochsicherheitstrakts für die Häftlinge eingesetzt, die im streng geheimen "Camp 7" inhaftiert sind. Dabei handelt es sich um 15 für die USA wichtige Gefangene, wie den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed.

Bald wieder mehr Gefangene?

Das Lager war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmaßliche islamistische Terroristen ohne Prozess festhalten zu können. Bushs Nachfolger Barack Obama wollte das umstrittene Lager schließen, scheiterte aber am Widerstand im US-Kongress.

Im Januar vergangenen Jahres hatte US-Präsident Donald Trump verfügt, dass Guantánamo weiter existieren soll. Er erwägt auch, die Zahl der Gefangenen dort wieder zu erhöhen. Im vergangenen Herbst befanden sich 40 Insassen dort.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. April 2019 um 04:00 Uhr.

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