Auf einem Fernseher ist im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York eine Video-Telekonferenz zur Coronavirus-Pandemie von UN-Generalsekretär António Guterres und anderen Teilnehmern zu sehen. | Bildquelle: dpa

UN zu Corona-Pandemie "Größte Krise seit Zweitem Weltkrieg"

Stand: 31.03.2020 21:01 Uhr

Der UN-Generalsekretär wählte deutliche Worte: Die Menschheit stehe durch die Corona-Pandemie vor der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Vom dem, was die Weltgemeinschaft derzeit tut, zeigte er sich enttäuscht.

Mit der Coronavirus-Pandemie steht die Welt nach Einschätzung der Vereinten Nationen vor der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie werde eine Rezession bringen, "die in der jüngsten Geschichte wahrscheinlich keine Parallele hat", sagte UN-Generalsekretär António Guterres in einer Videokonferenz.

Vom Handeln der Weltgemeinschaft zeigte er sich enttäuscht. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen." Die Antwort auf die Krise müsse genauso groß ausfallen wie das Ausmaß der Krise selbst - "koordiniert und umfassend, mit nationalen und internationalen Reaktionen unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)".

Auf einem Fernseher ist im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York eine Video-Telekonferenz zur Coronavirus-Pandemie von UN-Generalsekretär António Guterres (oben links) und anderen Teilnehmer zu sehen. | Bildquelle: dpa
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Guterres (oben links auf dem Bildschirm) äußerte sich im Rahmen einer Video-Konferenz zur Corona-Pandemie.

Ein Stressfonds für die ärmeren Länder

Es gehe nicht nur darum, das Virus einzudämmen. Sondern auch darum, gemeinsam mit seinen wirtschaftlichen Folgen fertig zu werden, sagte Guterres weiter. Für die entwickelten Länder sei das einfacher. Sie müssten den weniger reichen Ländern helfen, ihr Gesundheitssystem zu stützen und mit der Pandemie fertig zu werden. Die UN seien dabei, mit mehreren Partnern einen Stressfonds einzurichten, der ärmeren Ländern helfen soll, den wirtschaftlichen Schock zu verarbeiten.

Dinge angehen, die die Welt verwundbar machten

Der UN-Generalsekretär sprach von einer Wahl: Wenn die Krise eines Tages überstanden sei, könne man zu der Welt zurückkehren, die sie vorher war. Oder man könne die Dinge entschieden angehen, die die Welt verwundbar für solche Krisen machten. Die Erholung von der Krise müsse auch zu einer gerechteren und umweltfreundlicheren Wirtschaft führen.

Mit Informationen von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

UN-Generalsekretär: Weltgemeinschaft muss Corona-Schäden solidarisch tragen
Antje Passenheim, ARD New York
31.03.2020 21:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. März 2020 um 22:00 Uhr.

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