Anonio Guterres | Bildquelle: AP

Proteste in vielen Staaten "Sie wollen gehört werden"

Stand: 26.10.2019 12:01 Uhr

In zahlreichen Staaten auf mehreren Kontinenten haben Bürger in den vergangenen Tagen demonstriert. UN-Chef Guterres erkennt darin eine Gemeinsamkeit. Er rief die Regierungen auf, den Demonstranten zuzuhören.

Chile, Bolivien, Äthiopien, Irak, Libanon: Nur fünf Staaten, in denen in den vergangenen Tagen Menschen auf die Straße gingen, um gegen ihre Regierungen zu demonstrieren. Die Liste ließe sich verlängern, und auch wenn die Proteste jeweils eigene Anlässe und Ziele hatten, so erkennt UN-Generalsekretär Antonio Guterres doch Gemeinsamkeiten.

Vor Reportern in New York sagte er, ungeachtet der jeweiligen Besonderheiten ziehe sich etwas Gemeinsames durch die Kundgebungen quer über die Kontinente. Weltweit gebe es "einen wachsenden Mangel an Vertrauen zwischen den Bürgern und den politischen Establishments". Der "soziale Vertrag" sei zunehmend bedroht. Die Welt ringe "mit den negativen Folgen der Globalisierung und neuer Technologien, die soziale Ungleichheiten in den Gesellschaften" verstärkt hätten.

Proteste in Bagdad gegen die Regierung | Bildquelle: AFP
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Protest für ein besseres Leben - auch im Irak gehen die Menschen seit Tagen auf die Straße.

Appelle an Politiker und Demonstranten

Guterres richtete Mahnungen an beide Seiten der vielfältigen Proteste. Er rief die Regierenden auf, den Demonstranten mit ihren "echten Problemen" zuzuhören. Die Welt müsse sich ehrgeizig um eine faire Globalisierung, sozialen Zusammenhang und um den Kampf gegen den Klimawandel bemühen.

Menschen wollten, dass ihre Menschenrechte respektiert werden und eine Beteiligung an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen. Sie verlangten nach gleichen Bedingungen - "einschließlich sozialer, ökonomischer und finanzieller Systeme, die für alle funktionieren".

Regierungen hätten die Pflicht, die Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu verteidigen und den öffentlichen Raum zu schützen. Sicherheitskräfte müssten mit äußerster Zurückhaltung vorgehen und sich an internationales Recht halten.

Die Demonstranten rief Guterres auf, es Vorbildern wie Mahatma Gandhi und Martin Luther King jr. gleichzutun und sich für einen gewaltfreien Wandel einzusetzen. Für Gewalt gebe es keine Rechtfertigung - gleich von welcher Seite.

Mit Informationen von Peter Mücke, ARD-Studio New York.

Weltweite Demonstrationen – Guterres ruft zu friedlichem Protest auf
Peter Mücke, ARD New York
26.10.2019 11:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 26. Oktober 2019 um 11:14 Uhr.

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