Foto von Joaquín "El Chapo" Guzmán

Gefängnisausbruch in Mexiko 60 Millionen Pesos für Ergreifung von Guzmán

Stand: 14.07.2015 05:30 Uhr

Für Mexikos Innenminister Chong steht fest, Guzmán habe nur mithilfe von Mitgliedern des Sicherheitspersonals aus dem Gefängnis fliehen können. Er leitete eine Untersuchung ein. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Drogenbosses führen, wurde eine Belohnung ausgesetzt.

Bei seiner Flucht aus einer mexikanischen Haftanstalt hat Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán Hilfe von Angehörigen des Sicherheitspersonals gehabt. Nur so lasse sich der spektakuläre Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano erklären, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong.

Nachlässigkeit seitens der Regierung schloss der Ressortchef aus. Die Haftanstalt entspreche internationalen Standards. Ein Großteil des Gebäudes werde mit Videokameras überwacht, zudem habe "El Chapo" eine elektronische Fessel getragen. Trotz der höchsten Sicherheitsstufe sei ihm die Flucht geglückt. "Dieser Fehler beschämt uns alle", sagte Osorio Chong.

Gefängnisleiter entlassen

Er leitete eine umfangreiche Untersuchung ein, die bereits erste personelle Konsequenzen hatte. Der Leiter der Haftanstalt wurde entlassen. Zudem wurden die Anwälte von "El Chapo" von der Staatsanwaltschaft für organisiertes Verbrechen vernommen. Insgesamt machten 49 Personen eine Aussage.

Polizei und Streitkräfte suchten im ganzen Land nach Guzmán. Über die internationale Polizeibehörde Interpol wurde der Drogenboss weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, lobte die Generalstaatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 60 Millionen Pesos (3,4 Mio Euro) aus.

Der Ausgang des Tunnelsystems, durch das Guzmán floh.
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Der Ausgang aus dem Tunnelsystem

Guzmán war am Samstag aus dem Gefängnis im zentral gelegenen Bundesstaat México geflohen. Der Drogenboss entkam nach Angaben der Behörden durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel, der von der Dusche aus in einen Rohbau einer nahe gelegenen Wohnsiedlung führte. Der unterirdische Gang sei rund 1,7 Meter hoch, 80 Zentimeter breit und verfüge über eine Luftzufuhr sowie Beleuchtung. Mit einem Motorrad auf Schienen sei die Erde aus dem Tunnel abtransportiert worden.

Es ist bereits die zweite Flucht von "El Chapo" (deutsch: Der Kleine). In einem Wäschewagen entkam er 2001 aus einer Haftanstalt und wurde erst 2014 wieder gefasst. Guzmán war der Kopf des mächtigen Drogenkartells von Sinaloa und einer der meistgesuchten Verbrecher der Welt.

Die Flucht von "El Chapo" ist ein herber Rückschlag für die Sicherheitsstrategie von Präsident Enrique Peña Nieto. Seit Beginn seiner Amtszeit Ende 2012 wurden 93 der 122 meistgesuchten Verbrecher des Landes getötet oder gefasst. Die Festnahme von Guzmán im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg für die Regierung. Eine erneute Flucht von "El Chapo" sei "unverzeihlich", hatte Peña Nieto damals gesagt.

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