Guzmán nach seiner Festnahme

Mexikos Außenamt stimmt Guzmán-Auslieferung zu "El Chapo" droht in USA nicht die Todesstrafe

Stand: 20.05.2016 21:50 Uhr

Die USA wollen, dass der Drogenboss Guzmán ausgeliefert wird. Mexiko hat dafür aber eine Grundbedingung gestellt: Die Todesstrafe muss ausgeschlossen sein. Das haben die USA nun laut Mexiko zugesichert. Ob und wann "El Chapo" in den USA der Prozess gemacht wird, ist aber weiter offen.

Das mexikanische Außenministerium hat der Auslieferung des Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzmán in die USA zugestimmt. Die US-Justiz habe versichert, dass Guzmán in den Vereinigten Staaten nicht zum Tode verurteilt werde, erklärte das mexikanische Außenamt zur Begründung.

Zwischen den USA und Mexiko gib es ein Auslieferungsabkommen. Auslieferungsanträge gibt es aus Kalifornien, wo Guzmán wegen Drogenschmuggels vor Gericht soll, sowie aus Texas, wo er unter anderem wegen Mordes, Drogenhandels, organisierter Kriminalität und Geldwäsche belangt werden soll. Kalifornien und Texas zählen allerdings zu den US-Bundesstaaten, deren Strafgesetzbuch die Todesstrafe vorsieht. Mexiko, das die Todesstrafe nicht mehr anwendet, hatte zur Bedingung gemacht, dass diese Strafe bei Guzmán ausgeschlossen wird.

Will Guzmán ausgeliefert werden - oder nicht?

Ob und wann Guzmán tatsächlich ausgeliefert wird, ist aber weiterhin offen. Einer seiner Anwälte kündigte bereits an, Rechtsmittel dagegen einzulegen.

Joaquin Guzman El Chapo
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Guzmán - hier bei seiner erneuten Festnahme im Januar - muss in den USA nicht die Todesstrafe fürchten.

Guzmáns Taktik war zuletzt unklar. Weil er sich in der mexikanischen Haft schlecht behandelt fühlte, kündigte er an, mit den US-Behörden verhandeln und seine Auslieferung aktiv vorantreiben zu wollen. Später erklärten seine Anwälte jedoch, sie wollten die Überstellung ihres Mandanten um jeden Preis verhindern.

Guzmán gilt als Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells, das eine wichtige Rolle bei der Versorgung des US-Drogenmarkts spielt. Momentan sitzt er im mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis Altiplano ein.

Der Kartellchef hatte zuletzt mit einem spektakulären Ausbruch für Schlagzeilen gesorgt. Bei einer filmreifen Flucht war "El Chapo" im vergangenen Juli durch einen zu seiner Gefängniszelle führenden Tunnel entwischt. Es war bereits sein zweiter Gefängnisausbruch. Nach monatelanger Fahndung war der 58-Jährige am 8. Januar wieder gefasst worden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. Mai 2016 um 10:00 Uhr.

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