US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping | Bildquelle: REUTERS

Handelsstreit USA und China wollen wieder verhandeln

Stand: 29.06.2019 10:30 Uhr

Die USA und China haben sich Rande des G20-Gipfels darauf geeinigt, die Gespräche im Handelsstreit wieder aufzunehmen. US-Präsident Trump kündigte an, keine weiteren Strafzölle zu erheben. Auch die Blockade gegen Huawei löste er auf.

Die USA und China wollen ihre Verhandlungen im Handelsstreit wieder aufnehmen. Dies teilte US-Präsident Donald Trump nach einem bilateralen Gespräch mit Staatschef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka mit.

Im Bemühen um einen Handelsdeal seien beide Länder "wieder auf Kurs", ergänzte Trump. Er sprach zudem von einem "sehr, sehr guten Treffen" mit Xi, das besser als erwartet gelaufen sei. Trump sagte auf einer Pressekonferenz nach dem Gipfel, dass die USA vorerst keine neuen Sonderzölle auf Importe aus China erheben wollen.

China bestätigte die Wiederaufnahme der Gespräche. Washington habe ferner zugesagt, auf angedrohte weitere Sonderzölle auf chinesische Güter zu verzichten, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Blockade gegen Huawei zunächst aufgehoben

Der US-Präsident hob auch die Blockade gegen den chinesischen Telekomriesen Huawei zunächst wieder auf. "Ich habe zugestimmt, dass der Verkauf von Produkten weiter erlaubt wird", sagte er. Trump verwies darauf, dass US-Unternehmen, die im großen Maße an den großen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller liefern, "nicht glücklich" gewesen seien.

Trump hatte den Konzern als Gefahr für die Sicherheit der USA bezeichnet und auf eine schwarze Liste gesetzt, womit Geschäfte von US-Unternehmen mit Huawei streng begrenzt wurden. Trotz der jetzt zugesagten Fortsetzung der Geschäfte wies der US-Präsident darauf hin, dass der Fall Huawei "bis zum Ende aufgespart werden muss", womit er offenbar die Verhandlungen mit China meinte.

Sonderzölle als Druckmittel

Washington wirft Peking unfaire Handelspraktiken, Diebstahl geistigen Eigentums und andere "Raubtiertaktiken" vor, um technologisch an den USA vorbeizuziehen. Als Druckmittel hat Washington Sonderzölle auf chinesische Güter im Milliardenumfang verhängt, die Volksrepublik reagierte mit Gegenzöllen in ähnlichem Umfang.

Nach elf Verhandlungsrunden riss der Gesprächsfaden im Mai zuletzt ab. Seitdem haben sich die Spannungen nochmals verschärft. Beide Seiten haben aber zugleich den Willen zur Deeskalation im nunmehr einjährigen Handelskonflikt bekundet, der Bauern in den USA und den globalen Finanzmärkten zusetzt. Vor diesem Hintergrund war das Treffen von Trump und Xi mit Spannung erwartet worden.

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping mit ihren Delegationen | Bildquelle: AP
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Die Delegationen der USA und Chinas bei G20-Gipfel in Osaka. Washington wirft Peking unfaire Handelspraktiken, Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Xi verweist auf "Ping-Pong-Diplomatie"

Der US-Präsident sagte Xi zu Beginn des Treffens auf, ihm gehe es beim Handel um gleiche Verhältnisse. Dies lasse sich aus seiner Sicht sehr einfach bewerkstelligen, ergänzte Trump. Die USA und China seien schon "sehr nah" an einem Abkommen gewesen, doch dann "sei etwas ins Rutschen geraten".

Chinas Staatschef Xi verwies auf die "Ping-Pong-Diplomatie", die vor fast 50 Jahren die Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Peking einläutete. In all den Jahrzehnten, seitdem das Verhältnis wiederhergestellt wurde, "bleibt ein Fakt unverändert: 'Kooperation und Dialog sind besser als Reibung und Konfrontation'", sagte Xi.

G20-Gipfel: Trump und Xi einigen sich auf Wiederaufnahme der Handelsgespräche
Martin Ganslmeier, ARD Washington zzt. Osaka
29.06.2019 07:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Juni 2019 um 07:45 Uhr.

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