Proteste in Haiti | Bildquelle: Jean Marc Herve Abelard/EPA-EFE/

Nach tödlichen Protesten Haitis Ministerpräsident tritt zurück

Stand: 15.07.2018 02:27 Uhr

Der Ministerpräsident Haitis ist nach anhaltender Kritik und tödlichen Protesten gegen eine Benzinpreiserhöhung zurückgetreten. Er kam damit einer Amtsenthebung per Misstrauensvotum zuvor.

Haitis Ministerpräsident Jack Guy Lafontant ist nach gewaltsamen Protesten gegen inzwischen zurückgenommene Preiserhöhungen auf Treibstoffe zurückgetreten. Er habe sein Abdankungsgesuch beim Präsidenten eingereicht, der "meinen Rücktritt angenommen hat", sagte Lafontant im Unterhaus des haitianischen Parlaments.

Proteste gegen Benzinpreiserhöhungen

Auslöser der Unruhen war die Ankündigung drastischer Erhöhungen der Preise für Benzin und Diesel in dem karibischen Inselstaat vor einer Woche. Die Regierung hatte angesichts der Proteste die Preiserhöhungen wieder zurückgenommen.

Haiti steht nach massiven Protesten vor Regierungswechsel
tagesschau 13:15 Uhr, 15.07.2018, Michael Stocks, SWR

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Lafontant zog nun die Konsequenz aus den Geschehnissen. Damit kam er einem möglichen Misstrauensvotum im Parlament zuvor. Hunderte Demonstranten zogen dennoch durch die Hauptstadt Porte-au-Prince und forderten auch den Rücktritt von Präsident Jovenel Moïse. 

IWF forderte Maßnahmen

Die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderten Preisanhebungen um 38 Prozent für Benzin und 47 Prozent für Diesel sowie um 51 Prozent für Kerosin hatten Krawalle in mehreren Städten ausgelöst, bei denen mindestens vier Menschen starben. In Porte-au-Prince waren Barrikaden aus brennenden Reifen errichtet worden. Geschäfte wurden geplündert, Autos in Brand gesetzt.

Proteste in Haiti | Bildquelle: dpa
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Auf zahlreichen Straßen bauten die Demonstranten brennende Barrikaden.

Schon vor dem Konflikt über die Treibstoffpreise war Lafontant politisch angeschlagen gewesen. Der politische Quereinsteiger hatte bei der Bevölkerung vergeblich um Geduld geworben, damit seine Regierung "eine Vision, ein klares Programm" umsetzen könne.

Von Armut und Katastrophen gebeutelt

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Karibikstaat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, Korruption und Gewalt sind weit verbreitet. Die Bevölkerung leidet unter Massenarbeitslosigkeit und seit drei Jahren unter einer Inflationsrate von mehr als 13 Prozent.

Das Land hat sich noch nicht von dem verheerenden Erdbeben erholt, bei dem 2010 etwa 200.000 Menschen ums Leben gekommen waren. In der Folge starben tausende weitere durch eine Cholera-Epidemie. Der Hurrikan "Matthew" im Jahr 2016 richtete weitere schwere Schäden in dem bitterarmen Karibikstaat an.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Juli 2018 um 04:38 Uhr.

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