Kerzen bilden eine rote Schleife | Bildquelle: picture alliance/dpa

UN-Bericht Zahl der Aids-Toten weltweit gesunken

Stand: 16.07.2019 13:43 Uhr

Im vergangen Jahr sind weltweit weniger Menschen an Aids gestorben. Immer mehr HIV-Infizierte erhalten Zugang zu Therapien. In einigen Regionen nimmt die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus zu.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Aids-Toten weltweit zurückgegangen. 2018 starben rund 770.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit, wie aus dem Jahresbericht des UN-Programms für HIV/Aids (UNAIDS) hervorgeht. Das ist ein Rückgang von 33 Prozent gegenüber 2010.

Weltweit haben sich im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Menschen neu angesteckt, so UNAIDS. Das sei ein Rückgang um 16 Prozent seit 2010. 2018 lebten insgesamt 37,9 Millionen mit HIV. 23,3 Millionen Menschen erhalten antiretrovirale Therapien, die bei richtiger Anwendung eine Übertragung des Virus verhindern können, wie es im Bericht heißt. Das sei der höchste Anteil, der bisher erreicht werden konnte.

Mehr als die Hälfte der Infektionen betrafen Sexarbeiter, Drogenkonsumenten, Männer, die Sex mit Männern haben, Transgender, Inhaftierte und deren Partner, heißt es im Bericht. Viele von ihnen hätten keinen Zugang zu Infektionskontrolle.

Zahl der HIV-Fälle in Osteuropa steigt an

Demgegenüber hält der Aufwärtstrend der Ansteckungen mit HIV in Osteuropa und Zentralasien an. Dort stieg die Zahl der Ansteckungen um 29 Prozent. Insgesamt sind UNAIDS zufolge in der Region mit Russland, der Ukraine und rund einem Dutzend anderen Ländern etwa 1,7 Millionen Menschen mit HIV infiziert.

Nach wie vor ist Ost- und Südafrika mit 20,6 Millionen Menschen die am stärksten von HIV betroffene Region, heißt es bei UNAIDS. Vor allem Südafrika mache aber gute Fortschritte. Seit 2010 ist die Zahl der Neuinfektionen dort um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Todesfälle ging ebenfalls um 40 Prozent zurück.

Aids zu besiegen, sei möglich, sagte UNAIDS-Direktorin Gunilla Carlsson. Man müsse sich auf die Menschen konzentrieren, nicht auf die Krankheit. Weltweit ging laut UNAIDS 2018 die Spendenbereitschaft zugunsten der Aidsbekämpfung um rund eine Milliarde US-Dollar zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juli 2019 um 13:00 Uhr.

Darstellung: