Demonstranten in Hongkong | Bildquelle: dpa

Proteste in Hongkong Die befürchteten Krawalle blieben aus

Stand: 17.08.2019 18:51 Uhr

In Hongkong haben erneut Regierungsgegner demonstriert. Die erwarteten Krawalle blieben jedoch aus. Auch Anhänger der Regierung in Peking gingen auf die Straße. Die hatte eine massive Drohkulisse aufgebaut.

Allen Warnungen aus Peking zum Trotz sind in Hongkong wieder Zehntausende Anhänger der Demokratiebewegung auf die Straße gegangen. An einem friedlichen Protestmarsch in der ehemaligen britischen Kolonie, die heute zu China gehört, beteiligten sich nach Schätzungen mindestens 50.000 Menschen.

Anschließend gab es kleinere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

Erneut Demonstrationen in Hongkong
tagesthemen 23:20 Uhr, 17.08.2019, Tamara Anthony, ARD Peking

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Vor allem jüngere Protestler

An dem kilometerlangen Marsch beteiligten sich vor allem jüngere Leute. Viele waren schwarz gekleidet und hatten Atemschutzmasken im Gesicht - zum Schutz gegen Tränengas, aber auch, um nicht erkannt zu werden. In der Menge marschierten allerdings auch Familien mit Kinderwagen mit. Aus der Menge wurden auch Rufe nach Unabhängigkeit laut.

Wieder waren auch Fahnen der USA und Taiwans zu sehen, was für China eine besondere Provokation ist. Aus Angst vor Krawallen blieben viele Geschäfte entlang der Route geschlossen. Der Marsch verlief jedoch friedlich.

Anschließend zogen mehrere Hundert maskierte Demonstranten vor ein Polizeirevier. Von einer Überführung wurden Mülltonnen auf die Polizei geworfen. Die Situation eskalierte aber nicht.

Auch Lehrer und Regierungsanhänger demonstrierten

Tausende Lehrkräfte marschierten bei einer weiteren Demonstration zum Amtssitz von Regierungschefin Carrie Lam, um die Regierungskritiker zu unterstützen. Sie trugen Regenschirme und Schilder, auf denen "schützt die nächste Generation" stand. Sie kritisierten die Polizeieinsätze gegen die Demonstranten in Hongkong.

In einem Park versammelten sich darüber hinaus Tausende Gegendemonstranten. Dort wurde die chinesische Flagge geschwungen und die Nationalhymne gesungen. Bei der Versammlung sagten Redner auf einer Bühne, sie liebten sowohl Hongkong als auch China. Die Demonstranten forderten ein Ende der teilweise gewaltsamen Proteste.

Demonstranten in Hongkong | Bildquelle: dpa
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Demonstranten in Hongkong. Viele waren schwarz gekleidet und hatten Atemschutzmasken im Gesicht - zum Schutz gegen Tränengas.

Massive Drohkulisse

Mit warnenden Kommentaren und Bildern von Truppenbewegungen nahe Hongkong hatte die chinesische Zentralregierung in den vergangenen Tagen eine massive Drohkulisse aufgebaut. International stiegen die Sorgen, dass dies zur blutigen Niederschlagung der Proteste wie 1989 in Peking führen könnte.

Als Sonderverwaltungszone genießt Hongkong bislang eine verhältnismäßig große Autonomie.

Demonstration für Sonntag angekündigt

Am Sonntag will die Protestbewegung noch mehr Menschen auf die Straße bringen. Von der Demonstration wird Aufschluss erwartet, wie groß der Rückhalt für die Protestbewegung in der Bevölkerung ist.

Auf dem bisherigen Höhepunkt gingen in der 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt etwa zwei Millionen Menschen auf die Straße. Inzwischen sind es deutlich weniger. Nun hoffen die Veranstalter vom Bündnis Civil Human Rights Front wieder auf Hunderttausende Teilnehmer.

Proteste seit mehr als zweieinhalb Monaten

Die Demonstrationen dauern nun schon mehr als zweieinhalb Monate. Die Kritik richtete sich anfangs gegen die prochinesische Stadtregierung unter Regierungschefin Carrie Lam, inzwischen aber auch gegen Peking direkt.

Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 zu China. Eigentlich hat es bis 2047 noch umfangreiche Sonderrechte wie Presse-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit garantiert. Man nennt dies: "Ein Land, zwei Systeme." Die Demonstranten werfen Regierungschefin Lam vor, solche Rechte immer weiter einzuschränken zu wollen.

Auf einer der Kundgebungen forderten mehrere Redner den Westen auf, Hongkong im Kampf für demokratische Grundrechte nicht allein zu lassen. Die Europäische Union mahnte beide Seiten zum Dialog und zu einem Ende der Gewalt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. August 2019 um 12:00 Uhr.

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