Bei Protesten in Hongkong ist es erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. | Bildquelle: AP

Erneut Gewalt bei Protesten Tränengas und Steinwürfe in Hongkong

Stand: 25.08.2019 16:32 Uhr

Bei Protesten in Hongkong ist es erneut zu Straßenschlachten gekommen. Die Demonstranten warfen Steine und Molotowcocktails. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Auch ein Schuss soll gefallen sein.

In Hongkong ist es erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Protestierende warfen Pflastersteine und Molotowcocktails. Die Polizei setzte Tränengas und zum ersten Mal auch Wasserwerfer ein. Das berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP.

Den Angaben zufolge soll ein Polizist einen Warnschuss abgegeben haben. Das sagte ein Polizeibeamter Journalisten. Zuvor hatten sich Tausende Menschen bei einem Sportstadion versammelt und im strömenden Regen weitgehend friedlich demonstriert. Sie marschierten nach Tsuen Wan, eine Stadt in den Neuen Territorien der chinesischen Sonderverwaltungszone.

Tausende demonstrierten im strömenden Regen zunächst friedlich. | Bildquelle: AFP
galerie

Tausende hatten im strömenden Regen zunächst friedlich demonstriert.

"Großangelegte öffentliche Störung"

Die Polizei hatte angedroht, die Versammlungen in der Nähe des Containerhafens aufzulösen und forderte die Menschen auf, nach Hause zu gehen. Hunderte blieben am Abend aber auf der Straße und diskutierten über die nächsten Aktionen gegen einen stärkeren chinesischen Einfluss auf die ehemalige britische Kronkolonie.

Nachdem Demonstranten Barrikaden errichteten und Pflastersteine ausgruben, setzte die Polizei zunächst Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Im Anschluss wurden die Wasserwerfer in Stellung gebracht. Die Polizei hatte zuvor erklärt, die Fahrzeuge würden nur bei einer "großangelegten öffentlichen Störung" eingesetzt.

Schon am Samstag hatte die Polizei Tränengas eingesetzt, um die Versammlung aufzulösen. Zudem wurden 29 Menschen festgenommen. Wasserwerfer wurden allerdings erstmals im Zuge der Protestwelle eingesetzt.

Polizisten richteten ihre Waffen auf die Demonstranten. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Polizisten richteten ihre Waffen auf die Demonstranten.

Auch Wasserwerfer kamen in Hongkong zum Einsatz. | Bildquelle: JEROME FAVRE/EPA-EFE/REX
galerie

Auch Wasserwerfer kamen zum Einsatz.

Proteste seit rund zweieinhalb Monaten

Die Massenproteste in Hongkong dauern seit rund zweieinhalb Monaten an. Die Demonstranten fordern unter anderem eine unabhängige Untersuchung umstrittener Polizeieinsätze in den vergangenen Wochen. Außerdem fordern sie demokratische Wahlen in Hongkong. Im Kern richten sich die Proteste gegen den wachsenden Einfluss von Chinas kommunistischer Führung auf die autonom regierte Stadt.

Die frühere britische Kolonie gehört seit Mitte 1997 zu China und genießt ein hohes Maß an Autonomie. So gibt es in Hongkong - anders als in Festlandchina - eine freie Wirtschaft, Rechtstaatlichkeit, Meinungs- und Pressefreiheit sowie eine lebhafte Zivilgesellschaft. Ein Großteil der Proteste verläuft friedlich.

Die Staats- und Parteiführung in Peking versucht hingegen das Bild zu vermitteln, es handle sich um Unruhen von Separatisten, Gewalttätern und Terroristen, die die chinesische Sonderverwaltungsregion in den Abgrund stoßen wollten.

Hongkong: Friedliche Proteste und neue Gewalt
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
25.08.2019 17:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. August 2019 um 17:00 Uhr.

Darstellung: