Hunderttausende Demonstranten waren mit Schirmen auf die Straßen gegangen. (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Proteste in Hongkong Polizei verbietet Großdemonstration

Stand: 29.08.2019 09:57 Uhr

Die Polizei in Hongkong hat eine für Samstag geplante Großdemonstration untersagt. Als Grund gab sie Sicherheitsbedenken an. Für Aufmerksamkeit sorgt auch die Truppenrotation des chinesischen Militärs.

Hongkonger Sicherheitsbehörden haben eine für Samstag geplante Großdemonstration verboten. Wie die Organisatoren mitteilten, habe ihnen die Polizei geschrieben, dass Teilnehmer der für Samstag geplanten Demonstration "gewalttätige und destruktive Taten" begegen wollten. Wegen der Sicherheitsbedenken werde die Demonstration untersagt.

Protestierende hätten zuletzt "nicht nur Feuer gelegt und Straßensperren errichtet, sondern auch Benzinbomben, Stahlkugeln, Steine, lange Speere und verschiedene selbst gefertigte Waffen genutzt, um öffentliches Eigentum in großem Umfang zu zerstören und anderen Schaden zuzufügen."

Bei Protesten in Hongkong ist es erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. | Bildquelle: AP
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Bei Protesten war es immer wieder zu Ausschreitungen gekommen.

Auseinandersetzungen am Wochenende

Am vergangenen Wochenende war es im Umfeld einer Demonstration zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Polizisten gekommen. Wasserwerfer wurden eingesetzt, ein Polizist gab einen Warnschuss ab.

Seit rund drei Monaten gibt es in Hongkong Demonstrationen gegen den wachsenden Einfluss Chinas auf die Sonderverwaltungszone. Die Demonstranten fordern unter anderem demokratische Wahlen und eine unabhängige Untersuchung umstrittener Polizeieinsätze in den vergangenen Wochen.

Militär rotiert Truppen in Hongkong

Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge vollzog die Volksbefreiungsarmee in der Nacht zum Donnerstag ihre jährliche Truppenrotation. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Proteste stehen Bewegungen des chinesischen Militärs derzeit unter genauer Beobachtung.

Auf den Bildern der Agentur sind gepanzerte Fahrzeuge zu sehen, die in der Dunkelheit die Grenze zur Sonderverwaltungszone Hongkong überqueren. Demnach war es seit der Rückgabe der ehemalige Kronkolonie 1997 das 22. Mal, dass die chinesischen Truppen in Hongkong rotierten. Auch im benachbarten Macau wurden Einheiten ausgetauscht.

Die Stärke der Armeeeinheiten in Hongkong wird auf 5000 bis 7000 Soldaten geschätzt. Peking hatte zuletzt vor allem mit Einheiten der Volkspolizei, die in der südchinesischen Stadt Shenzhen in unmittelbarer Nähe der Grenze stationiert wurden, eine Drohkulisse aufgebaut. In den vergangenen Wochen waren aber auch Sorgen laut geworden, dass Chinas Militär in den Konflikt eingreifen könnte. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. August 2019 um 12:00 Uhr.

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