Hongkonger stehen mit Protestschildern hinter einer Absperrung, die von der Polizei bewacht wird. | Bildquelle: dpa

Streit um Auslieferungsgesetz Der Protest in Hongkong geht weiter

Stand: 16.06.2019 07:13 Uhr

Die Regierung in Hongkong hat das Auslieferungsgesetz auf Eis gelegt, trotzdem sollen die Proteste in der Metropole weitergehen. Auch ein junges Paar will heute erneut auf die Straße gehen.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Baseball-Caps, T-Shirts und kurze Hosen im Skater-Style - Ken Lui und Wong Wing Hung sind ein Paar aus Hongkong, das sich mit einem Streetwear-Shop selbständig gemacht hat. In ihrem kleinen, bunten Laden in Mong Kok mitten in Hongkong schauen sie auf ihrem Handy die Nachrichten - und die Erklärung ihrer Regierungschefin Carrie Lam von gestern.

Hongkong: Der Sonderstatus der ehemaligen britischen Kronkolonie
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Gesetz nicht nur aussetzen, sondern streichen

Die hat das umstrittene Vorhaben für ein Auslieferungsgesetz auf Eis gelegt. Das reiche aber nicht, sagt der 35-jährige Ken Lui:

"Ich bin nicht zufrieden mit den Worten unserer Regierungschefin Lam. Ich habe das Gefühl, dass sie lediglich den Ärger und die Wut der Leute eindämmen will. Sie hat sich nicht mal entschuldigt. Die Brutalität der Polizei bei den Protesten, so etwas sollte eine Regierung nicht zulassen. Das Auslieferungsgesetz muss komplett eingestellt werden. Es tut mir weh zu sehen, was aus Hongkong geworden ist."

Ken Lui kommen die Tränen, wenn er darüber redet. Er und seine Frau haben bislang nicht zu denen gehört, die auf der Straße demonstrieren. Aber das umstrittene Gesetz war für sie der Auslöser, zum ersten Mal mitzumachen. Sie haben T-Shirts für die Demonstranten entworfen und verkauft, und den Erlös an die Organisatoren der Proteste gespendet.

"Wir werden weiter unseren freien Willen ausdrücken"

Und sie machen weiter, nehmen heute am großen Protestmarsch durch Hongkong teil, sagt Wong Wing Hung:

"Dieses Gesetz hat so viel mit unserer Identität zu tun. Unsere Regierung hat das Fass zum Überlaufen gebracht - wir konnten einfach nicht mehr zu Hause bleiben. Selbst wenn wir jetzt nicht noch mehr erreichen sollten, wir werden so weiter unseren freien Willen ausdrücken."

Den Willen der Hongkonger, ihre gesellschaftlichen Freiheiten zu behalten. Im Gegensatz zu Festland-China gibt es in Hongkong Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und ein unabhängiges Rechtssystem. Aber all das sehen die Menschen durch den wachsenden Einfluss Chinas immer mehr in Gefahr.

China immer ähnlicher

Ken Lui wird auch heute seine T-Shirts mit auf den Protestmarsch nehmen. Der Slogan darauf ist ein Wortspiel, und fordert den Rücktritt von Regierungschefin Lam. "Seit zwei Jahren ist sie dabei, Hongkong zu ruinieren. Wenn das noch fünf Jahre so weiter geht, mag ich mir das gar nicht vorstellen", sagt Ken Lui:

"Hongkong hat sich jetzt schon sehr verändert. Wir waren eine freie Gesellschaft und machen Rückschritte. Unsere Stadt wird China immer ähnlicher."

Vor einer Woche waren mehr als eine Million Menschen in Hongkong auf der Straße, am Mittwoch kam es zu Ausschreitungen mit mehr als 80 Verletzten. Viele Hongkonger blicken ungewiss und angstvoll in eine Zukunft, die von China bestimmt zu werden droht. Und das treibt Ken Lui, seine Frau Wong Wing Hung und viele andere Hongkonger auch heute wieder auf die Straße.

Proteste in Hongkong gehen heute weiter
Axel Dorloff, ARD Peking
16.06.2019 06:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2019 um 13:10 Uhr.

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