Die Polizei löste die Demonstration in Hongkong auf. | Bildquelle: dpa

Hongkong Polizei löst Demonstration für Uiguren auf

Stand: 22.12.2019 15:14 Uhr

Es war die erste Demonstration in Hongkong gegen die Unterdrückung der Uiguren. Die Polizei löste sie gewaltsam auf - offenbar, weil Demonstranten eine chinesische Flagge von einem Regierungsgebäude gerissen hatten.

Die Polizei hat in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong die erste Demonstration gegen die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren gewaltsam aufgelöst. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, schritten die Polizisten ein, nachdem Demonstranten eine chinesische Flagge von einem Regierungsgebäude rissen und versuchten, diese zu verbrennen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, Demonstraten warfen mit Flaschen und Steinen auf die Sicherheitskräfte.

Zuvor war die Veranstaltung friedlich verlaufen. Mehr als 1000 Menschen bekundeten mit Sprechchören ihre Solidarität mit den Uiguren in China. Sie warnten davor, die chinesische Regierung könne genauso gegen die Hongkonger vorgehen wie gegen die muslimische Minderheit in der Provinz Xinjiang.

Pro-demokratische Demonstranten mit Masken in Hongkong | Bildquelle: dpa
galerie

Die Demonstranten protestierten gegen den Umgang Chinas mit den Uiguren.

Offenbar mehr als eine Million Menschen in Straflagern

In Xinjiang werden nach übereinstimmenden Berichten internationaler Medien und Hilfsorganisationen mehr als eine Million Menschen ohne Anklage und Urteil in Straflagern gefangen gehalten. Betroffen sind vor allem muslimische Chinesen aus der Volksgruppe der Uiguren.

Chinas Staats- und Parteiführung begründet ihr hartes Vorgehen in Xinjiang mit dem Kampf gegen islamistischen Terrorismus. Die Straflager bezeichnet sie als Ausbildungszentren. Das Leben der Menschen in Xinjiang habe sich in den vergangenen Jahren außerdem deutlich verbessert, so das Argument der kommunistischen Führung in Peking.

Seit einem halben Jahr gibt es in Hongkong regelmäßig Massenproteste gegen die pekingtreue Regierung. Dabei wird immer wieder auch Solidarität mit den Uiguren bekundet. Eine eigene Kundgebung zu ihrer Unterstützung hatte es bislang aber nicht gegeben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Dezember 2019 um 15:00 Uhr.

Darstellung: