Polizist in Zivil geht mit Pfefferspray gegen Demonstrant in einem Shoppingzentrum in Hongkong vor | Bildquelle: dpa

Proteste in Hongkong Konfrontation im Einkaufszentrum

Stand: 28.12.2019 16:25 Uhr

Widerstand in der Shopping-Mall: In Hongkong haben Oppositionelle gegen Händler und Käufer vom Festland demonstriert. In zwei Einkaufszentren versuchten sie, den Betrieb zu stören. Die Polizei ging hart gegen sie vor.

Demokratie-Aktivisten und Anwohner haben in mehreren Einkaufszentren von Hongkong gegen Händler und Konsumenten aus Festland-China protestiert. Dabei kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Die Aktivisten versuchten in Shoppong-Malls im Bezirk Sheung Shui sowie in Kowloon Bay, den Betrieb zu stören. Ihre Aktion richtete sich gegen Käufer und Händler aus der Volksrepublik, die in Hongkong steuerfreie Waren einkaufen und diese jenseits der Verwaltungsgrenze mit Profit weiterverkaufen, wie die südchinesische Zeitung "South China Morning Post" berichtet. Demnach legen sie ihnen Güterengpässe zur Last sowie einen sich verschlechternden Lebensstandard.

Der Bezirk Sheung Shui wird seit einigen Jahren zunehmend von Festland-Chinesen für Einkaufstouren genutzt. Viele Anwohner sind verärgert darüber, dass die zuvor angestammten Läden von spezialisierten Läden für die Festland-Chinesen verdrängt wurden.

Demonstranten greifen Käufer in Shoppingzentrum in Hongkong an | Bildquelle: REUTERS
galerie

Unter anti-chinesischen Slogans griffen einige Demonstranten Käufer an.

Käufer flüchten sich in einer Shopping-Mall in Hongkong in ein Geschäft. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Einige Konsumenten vom Festland flüchteten sich daraufhin in Geschäfte.

Mehrere Festnahmen

Die teils vermummten Demonstranten griffen auch Konsumenten an und versuchten, sie zu verjagen. Viele Geschäfte schlossen angesichts der Aktionen die Türen. Polizisten in Zivil und in Kampfmontur gingen teils mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Mindestens 15 Demonstranten wurden festgenommen.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone hatten vor einem halben Jahr Massenproteste gegen die pekingtreue Führung begonnen, die teilweise in Gewalt umschlugen. Bei den Kommunalwahlen im November hatte Regierungschefin Carrie Lam zwar ein Debakel erlebt, dennoch gibt es weder bei ihr noch in Peking Anzeichen für Zugeständnisse an die Demokratiebewegung.

Zu den zentralen Forderungen bei den Protesten zählt die Freilassung der inzwischen rund 6000 festgenommenen Demonstranten und das Recht zur Wahl des Regierungschefs.

Zivilpolizisten gehen mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor | Bildquelle: AFP
galerie

Polizisten in Zivil setzen Schalgstöcke ein.

Polizisten schützen Einkaufszentrum in Hongkong | Bildquelle: AFP
galerie

Später schützten uniformierte Einheiten das Zentrum.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2019 um 13:54 Uhr.

Darstellung: