Demonstranten protestieren in Hongkong gegen die Regierung. | Bildquelle: dpa

Weitere Massenproteste Hongkong kommt nicht zur Ruhe

Stand: 21.07.2019 12:43 Uhr

Sie kritisieren die Regierung und die Polizei: In Hongkong sind wieder Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei sicherte den Regierungssitz. Für Aufsehen sorgte ein Sprengstofffund.

In Hongkong sind erneut Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung zu protestieren. Die Demonstranten zogen bei Temperaturen um die 31 Grad Celsius vom Victoria Park zum Stadtviertel von Wan Chai. Begleitet wurden sie von einem massiven Polizeiaufgebot.

Die Protestbewegung fordert die endgültige Rücknahme eines Gesetzes, das die Auslieferung von Verdächtigen aus Hongkong an Festlandchina vorsieht. Kritiker sehen die Rechte von Verdächtigen in Gefahr und warnen vor Folter und Willkür in China. Die Proteste hatten vor zwei Monaten begonnen. Mittlerweile wurde das Gesetz auf Eis gelegt.

Zehntausende demonstrieren gegen Regierung in Hongkong
tagesschau 15:00 Uhr, 21.07.2019

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Druck auf Regierung wächst

Weil Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam aber einen formalen Rückzug des Gesetzes ablehnt, fordern die Demonstranten auch ihren Rücktritt. Außerdem wollen sie erreichen, dass Fälle von angeblicher Polizeigewalt bei früheren Demonstrationen untersucht werden. Dazu soll nach dem Willen der Protestbewegung ein unabhängiger Untersuchungsausschuss eingesetzt werden.

Vor drei Wochen hatten Hunderte Demonstranten das Hongkonger Parlament gestürmt und teilweise verwüstet. Die Polizei ging immer wieder mit Gummigeschossen und Trängengas gegen die Aktivisten vor.

Polizisten befestigen vor einer geplanten Demonstration in Hongkong Barrikaden am Polizeipräsidium. | Bildquelle: dpa
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Polizisten haben vor der Demonstration Barrikaden errichtet - auch vor dem Polizeipräsidium.

Polizei kürzt Protestroute

Um weitere Ausschreitungen zu verhindern, erlaubte die Polizei heute nur eine kürzere Marschroute für die Demonstranten. Sie wollte so verhindern, dass die Teilnehmer am Regierungssitz und Parlament vorbeiziehen. Trotzdem wurden dort zwei Meter hohen Barrikaden aufgebaut, auch eine Bank wurde aus Angst vor Krawallen abgeriegelt. Am Ende der Demonstration zogen einige Teilnehmer zum Regierungsviertel weiter.

Gestern waren in Hongkong noch Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um sich solidarisch mit der Polizei zu zeigen. Viele Demonstranten bekundeten dabei außerdem ihre Unterstützung für die Hongkonger Regierung. Etliche Demonstranten hatten Flaggen der Volksrepublik China dabei.

Demonstranten in Hongkong zeigen ihre Unterstützung für Polizei und Regierung. | Bildquelle: dpa
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Gestern hatten in Hongkong Zehntausende Menschen für die Polizei und die Regierung demonstriert.

Waffenlager ausgehoben

Überschattet wurden die Demonstranten vom Fund eines Waffenlagers in einem Lagerraum einer Unabhängigkeitsgruppe. Die Polizei stellte nach eigenen Angaben zwei Kilo Sprengstoff, Brandsätze, Säure und Waffen sicher. Drei Personen wurden festgenommen. Unklar ist, ob ein Zusammenhang mit den heutigen Protesten besteht. Die Unabhängigkeitsgruppe erklärte, sie habe nichts von dem Sprengstoff gewusst.

Seit der Rückgabe der früheren britischen Kolonie 1997 an China wird Hongkong autonom in eigenen Grenzen regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit. Immer mehr Bürger fühlen sich aber von Pekings Einfluss bedroht.

Mit Informationen von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Juli 2019 um 13:00 Uhr.

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