Proteste in Hongkong | Bildquelle: dpa

Hongkong Auftakt zu einer neuen Protestwelle

Stand: 28.09.2019 14:37 Uhr

Sie wollen ein Zeichen gegen Peking setzen: Kurz vor dem 70. Jahrestag der Gründung Chinas sind in Hongkong wieder Tausende Menschen auf die Straße gegangen - es soll der Beginn tagelanger Proteste sein.

Zum Auftakt einer neuen Protestwelle in Hongkong sind Tausende Anhänger der Demokratie-Bewegung auf die Straße gegangen. Die Demonstranten erinnerten an den Beginn der Regenschirm-Proteste vor fünf Jahren, in deren Tradition sich viele heutige Aktivisten sehen. Einige entrollten auf einer Fußgängerbrücke nahe dem Regierungssitz ein großes Transparent mit der Aufschrift "Wir sind zurück". Eine kleine Gruppe maskierter Demonstranten versuchten, eine Polizeiabsperrung zu überwinden, die Beamten setzten Pfefferspray ein.

Bereits gestern Abend hatten sich Tausende Demonstranten auf einem Platz im Zentrum Hongkongs versammelt. Sie hörten Berichten von Aktivisten zu, die im Sommer festgenommen worden waren. Ihnen sei der Zugang zu Anwälten und Ärzten in einem Gefangenenlager nahe der chinesischen Grenze verwehrt worden, beklagten diese. 

Bei den Regenschirm-Protesten 2014 hatten die Demonstranten 79 Tage lang wichtige Straßen blockiert, um damit für eine freie Wahl der Regierung von Hongkong zu protestieren. Die chinesische Führung gab damals allerdings nicht nach.

Neue Proteste in Hongkong
tagesschau 12:00 Uhr, 28.09.2019

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Keine Demonstrationen am Gründungsjahrestag zugelassen

Insgesamt sind die Proteste auf vier Tage angelegt - so wollen die Aktivisten vor den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Gründung Chinas am Dienstag ein Zeichen gegen Peking setzen. An Chinas Gründungsjahrestag selbst wurden mit Hinweis auf Sicherheitsbedenken keine Demonstrationen zugelassen. Allerdings wurden frühere Verbote weitgehend ignoriert, so dass auch diesmal mit gewaltsamen Auseinandersetzungen gerechnet wird. 

Knapp vier Monate dauern die Proteste bereits. Immer wieder kam es dabei zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizei. Zuletzt wurden die Unruhen weniger massiv, was sich an diesem Wochenende aber ändern könnte.

Angst vor "weißem Terror"

Anhänger der Protestbewegung veranstalten unterdessen fast täglich Pressekonferenzen, zu denen kurzfristig über Messenger-Dienste wie Telegram oder WhatsApp eingeladen wird. Die Botschaft: Hongkong sei ein Polizeistaat geworden, freie Meinung werde unterdrückt. Die Bürger seien der Gewalt krimineller Banden und der Willkür der Polizei ausgesetzt.

Die Protestierenden sprechen von "weißem Terror". Für viele Hongkonger ist das zu einem gefürchteten Begriff geworden, sie bezeichnen damit Schikanen im Alltag: Etwa dass Leuten im Grenzverkehr mit Festlandchina vorübergehend ihr Handy abgenommen wird, wahrscheinlich, um die Daten auszulesen. Oder dass Firmen ihre Mitarbeiter unter Druck setzen, wenn sie sich kritisch über Peking äußern. Viele erleben das als Versuch, sie einzuschüchtern und den langsam wachsenden Einfluss der Zentralregierung im Alltag zu verankern.

Mit Informationen von Alfred Schmit, ARD-Studio Shanghai, zzt. Hongkong

Hongkonger Idealisten: Die Bürgerbewegung und ihre Pressekonferenzen
Alfred Schmit, ARD Berlin
28.09.2019 11:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. September 2019 um 09:50 Uhr und 12:00 Uhr.

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