Die Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten bei einer Kundgebung ein.  | Bildquelle: dpa

Unerlaubter Protest Hongkong riecht nach Tränengas

Stand: 02.11.2019 13:56 Uhr

Zum Auftakt des 22. Protestwochenendes in Hongkong hat die Polizei erneut Tränengas eingesetzt. Eine Kundgebung mit Tausenden Teilnehmern löste sich auf - kleine Gruppen suchten aber die Konfrontation.

Die Polizei in Hongkong ist mit Tränengas und Pfefferspray gegen eine nicht genehmigte Demonstration vorgegangen, an der Tausende Menschen teilnahmen. Erneut gab es Festnahmen. Die Protestierenden zogen durch das Einkaufsviertel Causeway Bay zum Victoria Park, der zum traditionellen Veranstaltungsort der Demokratiebewegung geworden ist. Viele Teilnehmer trugen schwarze Kleidung und Gesichtsmasken.

Bei der Veranstaltung wurden unter anderem die britische und die US-Nationalhymne gesungen - ein klarer Affront gegen die chinesische Regierung in Peking. Einige Demonstranten errichteten Straßenbarrikaden aus Metallabsperrungen und einem Fußballtor.

Erneut Ausschreitungen bei Protesten in Hongkong
tagesschau 17:50 Uhr, 02.11.2019

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Brennende Barrikaden

Nach dem Tränengas-Beschuss verteilten sich die Demonstranten - viele zogen in Richtung Stadtzentrum weiter. Kleine Gruppen suchten die Konfrontation mit der Polizei. Es flogen Steine, Schaufenster wurden zerstört und Barrikaden in Brand gesetzt.

Offenbar wurde das Büro der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua verwüstet. Örtliche Medien zeigten zertrümmerte Fenster und mit Graffiti besprühte Wände. In der Lobby sind Brandspuren zu sehen.

Die Organisatoren hatten im Vorfeld von einem "Notruf" für Autonomie der chinesischen Sonderveraltungszone gesprochen. Der heutige Tag markiert den Auftakt der 22. Protestwoche in Folge. Der bekannte Aktivist Joshua Wong rief zu einer Veranstaltung mit 100.000 Menschen auf - davon blieb die Kundgebung aber weit entfernt.

Polizisten stehen in Hongkong am Rande einer Protestkundgebung. | Bildquelle: dpa
galerie

Polizisten stehen am Rande einer Protestkundgebung. Auf dem Griff der Schrotflinte steht "less lethal" - weniger tödlich. Vermutlich ein Hinweis darauf, dass damit keine scharfe Munition verschossen werden soll.

Einige Aktionen erlaubt

Neben der unerlaubten Demonstration wurden auch einige Protestaktionen genehmigt. In verschiedenen Gegenden der Sonderverwaltungsregion demonstrierten Aktivisten für mehr demokratische Rechte und gegen den größer werdenden Einfluss der Staats- und Parteiführung in Peking. Außerdem fordern sie, dass das teilweise extrem harte Vorgehen der Polizisten gegen Demonstranten unabhängig untersucht wird.

Eskalieren die Proteste?

In den vergangenen Wochen war vereinzelt immer wieder Gewalt von Demonstranten ausgegangen: Brandsätze wurden geworfen und Feuer gelegt. Vergangenen Monat wurde ein Polizist bei einem Messerangriff verletzt. Die Sorge vor einer Eskalation ist groß. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas, Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Neben sogenannten Gummigeschossen wurde vereinzelt auch scharfe Munition eingesetzt.

Die Proteste hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an China ermöglichen sollte. Mittlerweile richten sie sich generell gegen die pro-chinesische Führung in Hongkong und die Einschränkung der Demokratie.

Erneut Proteste und Ausschreitungen in Hongkong
Benjamin Eyssel, RBB, zzt. ARD Hongkong
02.11.2019 13:03 Uhr

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Mit Informationen von Benjamin Eyssel, zurzeit für die ARD in Hongkong

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2019 um 12:53 Uhr.

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