Joshua Wong | Bildquelle: AFP

Hongkong Wong darf nicht kandidieren

Stand: 29.10.2019 08:41 Uhr

Der Hongkonger Aktivist Wong sieht sich seiner Rechte beraubt, weil er bei der Kommunalwahl nicht antreten darf. Die Behörden begründen den Ausschluss Wongs dagegen mit dem Wahlgesetz.

Der Demokratieaktivist Joshua Wong darf nicht bei der Kommunalwahl im November in Hongkong kandidieren. Die Behörden teilten mit, er sei nicht zugelassen worden, weil er gegen das Wahlgesetz verstoßen habe. Dabei wurde Wong in der Erklärung nicht namentlich genannt.

Im Widerspruch zu den Wahlgesetzen

In dem Schreiben hieß es lediglich, unter den mehr als 1100 Kandidaten sei ein einziger ausgeschlossen worden. Er habe gegen das Wahlgesetz verstoßen, das die Werbung und den Einsatz für das Recht auf Selbstbestimmung verbiete. Der 22-Jährige dagegen erklärte, er werde seiner politischen Rechte beraubt und warf der Regierung "Zensur" vor.

Wong hatte am Samstag auf Facebook erklärt, er trete für ein rechtlich nicht verbindliches Referendum ein, dass den Bürgern ein Mitspracherecht über die Zukunft Hongkongs gebe. Er sei aber gegen eine Unabhängigkeit der früheren britischen Kronkolonie.

wong | Bildquelle: dpa
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Joshua Wong mit Außenminister Maas in Berlin

Kommunalwahl mit neuen Rekorden

In der Vergangenheit war den Kommunalwahlen, die stets von China-freundlichen Bewerbern dominiert wurden, wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Nach den Unruhen der vergangenen Monate hat sich dieses Mal dagegen eine Rekordzahl von Kandidaten und Wählern registrieren lassen. Die aktuellen Proteste, bei denen Wong keine führende Rolle spielt, richten sich gegen einen wachsenden Einfluss Chinas auf Hongkong.

Der junge Aktivist gilt seit der "Regenschirmbewegung 2014" als das Gesicht der demokratischen Kräfte in Hongkong. Sein Treffen mit Außenminister Heiko Maas am Rande einer Veranstaltung im September in Berlin hatte zu heftiger Verärgerung in Peking geführt.

Hongkong: Aktivist Joshua Wong als Kandidat der Kommunalwahl ausgeschlossen
Frank Aischmann, ARD Shanghai, zzt. Hongkong
29.10.2019 10:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Oktober 2019 um 08:00 Uhr.

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