Test in der Wüste von Nevada: Für einige Sekunden fuhr der Hyperloop, dann bremste ihn der Sand

Erfolgreicher Hyperloop-Test Magnetschnellbahn rast durch die Wüste

Stand: 12.05.2016 09:34 Uhr

Mit Tempo 1200 soll die Magnetbahn "Hyperloop" irgendwann Menschen und Güter in einer überdimensionalen Rohrpost transportieren. Ein erster Test war nun erfolgreich.

Von Wolfgang Stuflesser, SWR Los Angeles

Nach ein paar Sekunden war alles vorbei: In der Wüste von Nevada bei Las Vegas hatte das Unternehmen "Hyperloop One" etwa 800 Meter Schienen gebaut und beschleunigte darauf einen Waggon, im Grunde nur ein Stahlgestell, in 1,1 Sekunden von 0 auf 100 und dann noch auf 160 Kilometer pro Stunde, bevor der Waggon in einer aufgewirbelten Sandwolke zum Stehen kam. Der Sand diente als Bremse, weil das System selbst noch keine Bremsen hat.

Wie reagiert der Mensch auf enorme Beschleunigung?

Eigentlich war es also nur ein Test für den Antrieb, der über Elektromagnete funktioniert - ähnlich wie beim Transrapid. Und dieser Test war nach Auskunft der Verantwortlichen erfolgreich. Allerdings ist es sichtlich noch ein weiter Weg bis zu dem System, das der Unternehmer Elon Musk vor drei Jahren in der Theorie vorgestellt hat: Ihm schwebt eine Art überdimensionale Rohrpost vor, bei der die Waggons durchs Vakuum einer Röhre sausen - mit bis zu 1200 Kilometern pro Stunde. Noch viele Fragen sind offen, zum Beispiel, wie der menschliche Körper auf eine so enorme Beschleunigung reagiert.

Ab 2019 Gütertransport geplant

"Hyperloop One" ist eine von zwei Firmen, die versuchen, das Konzept Realität werden zu lassen. Der Konkurrent ist "Hyperloop Transportation Technologies". Beide Unternehmen arbeiten unabhängig voneinander und auch unabhängig von Musk selbst, der nach der erfolgreichen Gründung von PayPal mit seinen Unternehmen Tesla und dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX beschäftigt ist. "Hyperloop Transportation Technologies" hat noch keine öffentliche Vorführung angekündigt. "Hyperloop One" will ab 2019 erste Güter transportieren - und zwei Jahre später auch Menschen.

Skizze vom Projekt Hyperloop
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Ob Menschen die enorme Beschleunigung aushalten, ist aber unklar

Skizze vom Projekt Hyperloop
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So könnte die Bahn einmal aussehen: In den Kapseln sollen 28 Reisende Platz finden.

Partnerschaft mit der Deutschen Bahn

Verschiedene Geldgeber haben insgesamt 120 Millionen Dollar, umgerechnet rund 105 Millionen Euro, in "Hyperloop One" investiert. Neben Risikokapitalgebern aus dem Silicon Valley ist unter den Investoren auch ein Fonds der Firma General Electric und der französische Eisenbahnbetreiber SNCF. Mit einer Tochterfirma der Deutschen Bahn hat "Hyperloop One" eine Partnerschaft vereinbart.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio Kultur am 12. Mai 2016 um 05:21 Uhr

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