Zerstörungen in Idlib nach einem Angriff von Regierungstruppen | Bildquelle: AFP

Angriffe auf Idlib Durchhalteparolen nach den Bomben

Stand: 29.05.2019 16:28 Uhr

Die Region rund um Idlib ist die letzte Rebellenhochburg in Syrien. Bei Luftangriffen von Regierungstruppen wurden dort laut Aktivisten erneut zahlreiche Zivilisten getötet. Die Aufständischen rufen zum Durchhalten auf.

Von Anne Allmeling, ARD-Studio Kairo

Mehrere Bomben explodieren in der Ferne. Für eine Sekunde ist Feuer zu sehen; dann breitet sich Qualm aus, umhüllt die Gebäude und steigt in den Himmel. Videomaterial der Agentur Reuters zeigt die jüngsten Angriffe auf die Region Idlib.

"Gott bewahre" ruft ein Mann, der Zeuge von den Explosionen wird. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind bei den Luftangriffen wieder zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern befänden sich auch Kinder, heißt es. Den Vereinten Nationen zufolge soll auch ein Krankenhaus in der Stadt Kafr Nabel im Süden der Provinz Idlib attackiert worden sein.

Zerstörungen in Idlib nach einem Angriff von Regierungstruppen | Bildquelle: dpa
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Mitglieder der Weißhelme suchen nach dem Luftangriff Opfern unter den Trümmern.

Idlib ist die letzte Hochburg von überwiegend islamistischen Kämpfern in Syrien. Die Dschihadisten-Allianz Hayat Tahrir al-Scham kontrolliert das Gebiet, in das sich auch viele gemäßigtere Regierungsgegner zurückgezogen haben - freiwillig oder unter Druck der Führung in Damaskus. Zehntausende Syrer aus anderen Teilen des Landes haben ebenfalls hier Zuflucht gesucht.

Waffenruhe nur auf dem Papier

Seit September gilt eine von Russland und der Türkei vermittelte Waffenruhe in Idlib - auf dem Papier. Denn in den vergangenen Wochen wurden vermehrt Angriffe der Regierungseinheiten und der russischen Luftwaffe gemeldet - allein etwa 20 Attacken auf Krankenhäuser.

Khaled Khodscha, ein führendes Mitglied der Opposition, kritisiert dieses Vorgehen im Nachrichtensender Al-Dschasira von der Türkei aus:

"Es gibt viele Hinweise darauf, dass Putin eine Strategie verfolgt, die kompromisslos ist. Solange den Russen keine militärische Gegenwehr begegnet, gewinnen sie an Boden. Um die Russen abzuschrecken, muss die Opposition von ihren militärischen Möglichkeiten Gebrauch machen, zu den Waffen greifen und neue Fronten gegen Putin, den Iran und das Assad-Regime öffnen."

Wieder Kämpfe in Idlib
tagesschau 17:00 Uhr, 29.05.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Syrien verteidigt Vorgehen im Sicherheitsrat

Erst gestern hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York über die Lage in Syrien beraten - wieder einmal. Baschar Al-Dschaafary, der syrische UN-Botschafter, betonte gleich am Anfang seiner Rede, wie dankbar die Führung in Damaskus für die russische Unterstützung ist:

"Herr Vorsitzender, bitte erlauben Sie mir, zu Beginn der Sitzung den stellvertretenden Außenminister der Russischen Föderation zu begrüßen und mich für seine wertvollen Erläuterungen zu bedanken. Ein englisches Sprichwort sagt: Wörter können lügen, aber Taten sagen immer die Wahrheit. Und die Wahrheit, die niemand mehr leugnen kann, ist, dass das Leiden des syrischen Volkes eine Folge der Verbrechen der Terroristen ist."

Das Vorgehen der syrischen Armee und ihrer Verbündeten verteidigte Dschaafary im Sicherheitsrat: Von Idlib aus verübten die Terroristen Angriffe auf die zivile Bevölkerung in den Nachbarorten. "Ich warte immer noch auf Antworten auf (…) die Frage: Was würden Sie machen, wenn die diesen Umständen ausgesetzt wären?"

Die jüngsten Angriffe auf die Provinz Idlib schüren Befürchtungen, die syrische Armee und ihre Verbündeten könnten eine größer angelegte Offensive starten - mit vielen weiteren Toten.

Nach Angriffen auf Idlib - Aufständische rufen zum Durchhalten auf
Anne Allmeling, ARD Kairo
29.05.2019 16:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Mai 2019 um 12:35 Uhr.

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