Zerstörte Häuser in Idlib | Bildquelle: AFP

Warnung vor Chemiewaffeneinsatz USA drohen Assad mit Konsequenzen

Stand: 05.09.2018 05:07 Uhr

Die Drohkulisse in Idlib wächst immer weiter: Das Weiße Haus hat nun den syrischen Präsidenten Assad vor einem Chemiewaffeneinsatz gewarnt. Der UN-Sicherheitsrat setzte für Freitag ein Treffen an.

Vor einer offenbar unmittelbar bevorstehenden syrischen Offensive auf die letzte Rebellenhochburg Idlib laufen internationale Bemühungen, ein neuerliches Blutbad zu verhindern.

US-Präsident Donald Trump warnte den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor einem Angriff auf die Provinz, in der sich rund drei Millionen Menschen - fast die Hälfte Binnenflüchtlinge des Bürgerkriegs - aufhalten. Falls Assad erneut Chemiewaffen einsetzen sollte, würden die USA und ihre Verbündeten darauf schnell und "in angemessener Weise" reagieren, erklärte eine Sprecherin Trumps. Man beobachte die Situation in Idlib genau. Dort seien Millionen unschuldiger Zivilisten von einer Attacke durch das Assad-Regime bedroht.

Karte: Syrien
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Die Region Ildib im Nordwesten Syrien ist das letzte große Gebiet, das noch von Rebellen beherrscht wird.

US-Präsident Trump hatte Russland und den Iran zuvor gewarnt, im Falle einer Schlacht in die Kämpfe einzugreifen.

Die Region im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Haiat Tahrir al-Scham, der früheren Al-Nusra-Front. Syriens Regierung hat Truppen zusammengezogen und bereitet russischen Angriffen zufolge einen Angriff zusammen mit ihren Verbündeten Russland und Iran vor.

Lage vor drohender Offensive gegen Idlib
tagesthemen 22:15 Uhr, 04.09.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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UN-Sicherheitsrat will sich am Freitag treffen

Die Vereinten Nationen warnten bereits vor der größten humanitären Katastrophe im 21. Jahrhundert. Die Welt dürfe nicht "schlafwandlerisch" in diese Krise gehen, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. 

In New York kündigte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen an, der UN-Sicherheitsrat werde sich noch in dieser Woche mit der erwarteten Offensive befassen. Ein entsprechendes Treffen sei für Freitag angesetzt. "Idlib ist ernst", sagte Nikki Haley. "Das ist eine tragische Situation." Auch bei zwei weiteren Sitzungen werde sich der Rat in diesem Monat mit dem Konflikt in Syrien beschäftigen.

Der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura appellierte an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinen türkischen Kollege Recep Tayyip Erdogan, rasch Auswege aus der Krise zu erörtern.

Assad erklärte, Idlib müsse erobert werden, weil es von Terroristen als Geisel genommen worden sei. Russland und Iran sehen die Idlib dominierenden Rebellen als Terroristen an. Ähnlich hatte sich die bisher die syrische Opposition stützende Türkei geäußert.

Syrische Rebellenkämpfer bereiten sich auf eine bevorstehende Offensive der Regierungstruppen vor | Bildquelle: AFP
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Syrische Rebellenkämpfer bereiten sich auf eine bevorstehende Offensive der Regierungstruppen vor.

Panzer sollen Befestigungen verstärken

Die Türkei brachte vor einem möglichen Großangriff der syrischen Regierung auf Idlib einem Medienbericht zufolge weiteres Kriegsgerät in die Grenzregion. Acht Frachtfahrzeuge, beladen mit Panzern und schweren Geschützen, hätten die Grenzprovinz Kilis passiert, meldete die Zeitung "Hürriyet".

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, auch in der weiter südwestlich gelegenen Grenzprovinz Hatay seien Lastwagen mit Panzern darauf angekommen. Sie sollten später in Grenzbezirke gebracht werden, um dort Befestigungen zu verstärken. Andere Lastwagen hätten vier Meter lange Zementblöcke mit einem Gewicht von je zwölf Tonnen zu türkischen Posten auf der syrischen Seite der Grenze gebracht.

Idlib liegt nur etwa 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die Türkei unterhält in der Provinz zwölf Beobachtungsposten und ist Schutzmacht einer De-Eskalationszone.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 04. September 2018 um 22:15 Uhr.

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