Ikea zahl Millionen an die Eltern eines getöteten Kleinkindes. | Bildquelle: AP

Nach Tod eines Kleinkindes Ikea zahlt Millionen Schadensersatz

Stand: 07.01.2020 11:29 Uhr

Nach dem Tod eines Kleinkindes in Kalifornien durch eine umgestürzte Kommode hat sich Ikea mit der Familie auf einen Vergleich geeinigt. Sie erhält umgerechnet 41 Millionen Euro.

Ikea hat sich nach dem Tod eines Kleinkindes durch eine umgestürzte Kommode mit der Familie des Jungen auf einen Vergleich geeinigt. Eine Sprecherin des Konzerns sagte der Deutschen Presse-Agentur, keine gerichtliche Vereinbarung könne die tragischen Ereignisse ändern. Man sei aber im Interesse aller Beteiligten dankbar, dass in dem Fall eine Einigung erzielt worden sei.

Das Unternehmen wollte sich zur Höhe der Summe und weiterer Vereinbarungen nicht äußern. Den Anwälten der Familie zufolge handelt es sich um eine Zahlung in Höhe von 46 Millionen Dollar. Umgerechnet sind das mehr als 41 Millionen Euro. Die Eltern des Jungen hatten 2018 bei einem Gericht in Philadelphia Klage gegen Ikea eingereicht.

Die Anwälte der Familie des getöteten Kleinkindes. | Bildquelle: AP
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Der mit Ikea erzielte Vergleich sieht den Anwälten der Familie zufolge auch Präventionsarbeit gegen Umkipp-Unfälle vor.

Ikea soll von der Umkippgefahr gewusst haben

Der zweijährige Junge aus dem US-Staat Kalifornien war 2017 seinen schweren Verletzungen erlegen, nachdem eine mehr als 30 Kilogramm schwere Malm-Kommode umgekippt und auf ihn gefallen war.

Die Familie warf dem Möbelkonzern vor, von der Kippgefahr gewusst zu haben, zumal es schon etliche Verletzungen und Todesfälle von Kindern durch die Kommode gegeben habe. Doch das Unternehmen habe es versäumt, Kunden zu ermahnen, das Möbelstück an der Wand zu befestigen.

Präventionsarbeit gegen Umkipp-Unfälle

Der nun mit den Eltern des Jungen erzielte Vergleich sieht den Anwälten zufolge auch vor, dass sich Ikea-Vertreter mit Akteuren der Gruppe Parents Against Tip-Overs treffen müssen. Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, sogenannte Umkipp-Unfälle durch Präventionsarbeit zu verhindern. Ikea habe sich zudem verpflichtet, beim Rückruf von Kommoden die Öffentlichkeitsarbeit für die Verbraucher auszuweiten.

Die Familie will den Angaben zufolge eine Million Dollar aus der Vergleichszahlung an Gruppen spenden, die sich für strengere Robustheitstests bei Kommoden einsetzen. Ikea kondolierte den Eltern des toten Jungen. Man gehe das "äußerst wichtige Thema der Sicherheit im Haushalt" an, indem unter anderem Verbraucher geschult, Sicherheitsworkshops angeboten und Produkte sicherer gemacht würden, teilte das Unternehmen mit.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 07. Januar 2020 um 11:00 Uhr.

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