Corona-Impfstoff | Bildquelle: AFP

Corona-Impfstoff Sanofi und GSK einig mit EU-Kommission

Stand: 18.09.2020 18:45 Uhr

Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline haben der EU vertraglich zugesichert, bis zu 300 Millionen Dosen ihres in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs zu liefern. Deutschland will keinen Impfstoff aus der WHO-Allianz Covax beziehen.

Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) haben sich vertraglich mit der EU-Kommission auf die Lieferung eines möglichen Corona-Impfstoffes geeinigt. Das Abkommen sieht die Lieferung von bis zu 300 Millionen Dosen vor, wie Sanofi in Paris mitteilte. Voraussetzung ist, dass der Impfstoff nach der laufenden klinischen Testphase auch eine Zulassung erhält. Die Zulassung könnte demnach "im ersten Halbjahr 2021 beantragt werden". Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Unter zehn Euro pro Dosis

Zuvor hatten der französische Sanofi-Konzern und das britische Unternehmen GSK mitgeteilt, dass eine Impfdosis weniger als zehn Euro kosten soll. Sanofi sprach von einem "wichtigen Meilenstein beim Schutz der europäischen Bevölkerung" vor der Lungenkrankheit Covid-19. Der Impfstoff soll demnach in allen EU-Ländern zur Verfügung stehen und in Produktionsstätten in Belgien, Italien, Deutschland und Frankreich hergestellt werden.

Auch die USA investieren nach Angaben von Sanofi und GSK massiv in die Forschungskooperation. Washington erhofft sich dadurch zunächst die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen und langfristig weitere 500 Millionen Dosen.

Deutschland: Kein Impfstoff aus Covax-Allianz

Gleichzeitig berichten Medien, dass Deutschland keinen Corona-Impfstoff über die weltweiten Covax-Initiative unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beziehen wolle. Man unterstütze Covax sowie die Beteiligung der EU aber, vor allem was Finanzmittel, Expertise und die Bereitstellung von Produktionskapazitäten für Impfdosen angehe, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die EU-Kommission soll nach diesen Informationen Covax mit 400 Millionen Euro aus dem EU-Entwicklungsetat unterstützen, damit Corona-Impfdosen für Entwicklungsländer eingekauft werden können. Zuvor hatte bereits Frankreich erklärt, nicht Impfstoffe aus der Covax-Allianz zu beziehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2020 um 14:41 Uhr in der Sendung "Forschung aktuell".

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