Großbritannien startet Impf-Allianz Schneller impfen gegen Corona-Mutationen

Stand: 04.03.2021 11:51 Uhr

Großbritannien will gemeinsam mit vier weiteren Staaten die Zulassung von angepassten Impfstoffen beschleunigen. Für das schnellere Verfahren soll auf lang angelegte Studien mit Zehntausenden Teilnehmern verzichtet werden.

Zusammen mit Kanada, Australien, Singapur und der Schweiz will Großbritannien künftig Impfstoffe, die gegen Corona-Mutationen wirken, schneller zulassen. Vakzine, die bereits zugelassen sind, für die aber Anpassungen an Mutationen entwickelt wurden, sollen in Zukunft ohne langwierige klinische Studien zugelassen werden.

Das sogenannte Fast-Track-Verfahren sieht auch weiterhin umfangreiche Tests zur Immunantwort auf die Impfstoffe und deren Sicherheit vor, teilte die britische Zulassungsbehörde mit. Verzichtet werden soll hingegen auf lang angelegte klinische Studien mit Zehntausenden Teilnehmern. Mittlerweile könne man über Tests auf Antikörper im Blut umfangreiche Befunde über die Wirksamkeit von Impfstoffen gewinnen, so die Regulierungsbehörde.

Vorbild Grippe-Impfung

Ziel sei es, "so schnell wie möglich effektive Impfstoffe bereitzustellen, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen", sagte der Chef der britischen Arzneimittelbehörde MHRA, Christian Schneider. Vorbild ist die jährliche Zulassung von Grippe-Impfstoffen. Da sich die Grippevirenstämme ständig verändern, wird jedes Jahr ein neues Mittel zugelassen.

Bei einigen der derzeit zirkulierenden Mutanten - etwa der in Südafrika oder der in Brasilien erstmals entdeckten - befürchten Forscher eine etwas schlechtere Wirksamkeit der derzeit verfügbaren Impfstoffe. Daher wird bereits daran gearbeitet, weitere Generationen der Impfstoffe zu entwickeln.

Am Dienstag hatte bereits Österreich eine Impfstoff-Kooperation gemeinsam mit Israel und Dänemark angekündigt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. März 2021 um 05:56 Uhr.

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