Impfstart Covid-19 | Bildquelle: REUTERS

Corona-Bekämpfung Schneller Impfstart auch in armen Ländern

Stand: 18.12.2020 17:58 Uhr

Europa und die USA hatten sich, sobald ein Corona-Impfstoff in Sicht war, milliardenfach Impfdosen gesichert. Aber auch ärmere Länder sollen versorgt werden - zumindest mit dem Nötigsten.

Auch ärmere Länder sollen 2021 damit beginnen können, diejenigen gegen das Corona-Virus zu impfen, die es am dringendsten brauchen. Die internationale Corona-Impfinitiative Covax hat sich dafür ein Kontingent an Impfstoff gesichert. Das teilte die Impfinitiative der Weltgesundheitsorganisation WHO, Gavi, mit. Sie koordiniert die Covax-Aktivitäten.

Demnach erhalten die 92 Länder mit niedrigem oder mittleren Einkommen so viele Impfdosen, dass sie bis zum Jahresende etwa 20 Prozent der Bevölkerung abdecken können - darunter medizinisches Personal, Mitarbeiter der Sozialdienste und Menschen mit Vorerkrankungen. Finanziert wird das von Geberländern - 1,3 Milliarden Euro stehen zur Verfügung.

Reiche Länder finanzieren arme mit

Die WHO hatte Covax mit dem Ziel ins Leben gerufen, dass Länder unabhängig von ihrer Kaufkraft zügigen Zugang zu Impfstoffen gegen COVID-19 erhalten. Covax gehören 190 Länder an, darunter Deutschland, die anderen EU-Länder und China, nicht aber die USA.

Covax fördert die Forschung an neun Impfstoffkandidaten, darunter CureVac aus Deutschland. Erfolgreiche Impfstoffe stehen allen Ländern zur Verfügung. Die 98 reicheren Länder bezahlen für ihren Bedarf selbst und sie unterstützen die 92 ärmeren Länder. Alle verpflichten sich zu einer gerechten Verteilung.

Neue Verträge mit Impfstoffherstellern

Unter anderem bestätigte die Impfallianz Gavi neue Abkommen mit AstraZeneca und Johnson & Johnson. Die Firmen rechnen mit einer baldigen Zulassung ihrer Impfstoffe. Die WHO-Organisation geht davon aus, dass reichere Länder einen Teil der Dosen, die sie sich in bilateralen Verträgen mit Impfstoffherstellern gesichert haben, an ärmere Länder abtreten.

"Die Zulassung von Impfstoffen gibt uns allen einen Blick auf das Licht am Ende des Tunnels", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das Programm braucht 2021 weitere 6,8 Milliarden Dollar für die Forschungsförderung, den Kauf von Dosen und die Verteilung.

UN: Impfstoff gehört allen Menschen

Auch UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich noch einmal zu einer gerechten Impfstoffverteilung: Bei einer Rede im Bundestag rief er dazu auf, die Corona-Impfstoffe für alle Menschen weltweit "zugänglich und bezahlbar" zu machen. "Unsere Herausforderung besteht nun darin, zu gewährleisten, dass die Impfstoffe als globales öffentliches Gut betrachtet werden", sagte er anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Vereinten Nationen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Dezember 2020 um 17:00 Uhr.

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