Ein mann lässt sich in Neu-Delhi auf das Coronavirus testen | Bildquelle: AP

Corona-Studie in Neu-Delhi Jeder dritte Proband hat Antikörper

Stand: 20.08.2020 14:38 Uhr

Laut einer Studie haben in Neu-Delhi 29,1 Prozent der Menschen Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt. Die Regierung hofft, dass das Ergebnis auf eine Herdenimmunität hindeutet. Doch es gibt auch Anlass zur Sorge.

Ein Test im Auftrag der indischen Regierung hat ergeben, dass hochgerechnet knapp jeder dritte Mensch (29,1 Prozent) in der Hauptstadt Neu-Delhi Corona-Antikörper im Blut hat. Untersucht worden seien Proben von 15.000 Personen, sagte der Gesundheitsminister der Stadt, Satyendar Jain.

In Indien gibt es weltweit nach Brasilien und den USA am drittmeisten bekannte Infektionen - insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fälle. Und die Zahl der bekannten Neuansteckungen nimmt weiter rasch zu. Zuletzt stieg sie um knapp 70.000 in 24 Stunden.

Dunkelziffer könnte höher liegen

Rechnet man die 29,1 Prozent der Antikörper-Studie auf die Bevölkerung hoch, müsste es allein in Neu Delhi 5,8 Millionen Menschen geben, die mit der Krankheit in Berührung gekommen sind, sagte der Minister.

Vor gut einem Monat hatten bei einem ähnlichen Test 23,48 Prozent der Menschen Antikörper im Blut. Beide Werte sind deutlich höher als die offiziellen Zahlen der bekannten Corona-Fälle. Demnach haben sich weniger als ein Prozent der Bevölkerung von Neu-Delhi mit dem Coronavirus infiziert - konkret mehr als 151.000 Menschen.

Weitere Tests angekündigt

Die hohen Antikörper-Werte sowie die Tatsache, dass die Zahl der bekannten Neuansteckungen in der Hauptstadt inzwischen etwas geringer ist als noch vor mehreren Wochen, könnten ein Hinweis auf eine baldige Herdenimmunität sein, hieß es schon von Regierungsmitarbeitern. Doch Forscher wollen in der Hauptstadt zunächst mehr Antikörper-Test machen.

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