Ein Mann geht zwischen zerstörten Häusern. | Bildquelle: dpa

Nach Erdbeben in Indonesien Von 5000 Menschen fehlt jede Spur

Stand: 07.10.2018 13:24 Uhr

Nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Indonesien ist die Zahl der Toten auf mehr als 1760 gestiegen. Von 5000 Menschen fehlt immer noch jede Spur. Kommende Woche soll die Suche eingestellt werden.

Mehr als 1760 Menschen sind bei dem Erdbeben und dem Tsunami vor mehr als einer Woche ums Leben gekommen. In der Küstenstadt Palu werden immer noch 5000 Menschen vermisst. Die Rettungskräfte werden die Suche nach Opfern kommende Woche einstellen.

Viele Opfer unter Trümmern oder Schlamm

Es gebe aber noch Hoffnung, dass einige von ihnen das Versinken ihrer Häuser in der verflüssigten Erde nach den Beben überlebt haben, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Opfer, die bis dahin nicht geborgen werden könnten, würden für vermisst erklärt.

In Einzelfällen könnte die Suche zwar noch fortgesetzt werden. Aber breit angelegte Bergungsaktionen mit vielen Helfern und schwerem Gerät würden auslaufen. Auch mehr als eine Woche nach dem Erdbeben der Stärke 7,5 konnten Hunderte verschüttete Opfer noch nicht geborgen werden. Viele Menschen werden noch in den Trümmern eingestürzter Gebäude oder unter Schlammbergen vermutet.

Eine Luftaufnahme der Zerstörungen durch das Erdbeben in Palu, Indonesien. | Bildquelle: REUTERS
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Die breit angelegten Bergungsarbeiten laufen aus.

"Niemand soll mehr auf diesem Boden wohnen"

Stellen, an denen die Erde nicht nur gebebt hatte, sondern auch ganze Häuser im Schlamm versanken, sollen freigelegt und in öffentliche Plätze wie Parks oder Sportstätten umgewandelt werden. Niemand solle mehr auf so gefährlichem Boden wohnen, sagte der Sprecher. Zugleich kündigte er Untersuchungen an, um weitere Gebiete ausfinding zu machen, die von einer sogenannten Bodenverflüssigung bedroht sein könnten.

Ein Bewohner betrachtet ein ausgewaschenes Boot in Wani, Indonesiens Zentral-Sulawesi. | Bildquelle: AFP
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Ein Erdbeben hatte auf der Insel Sulawesi eine sechs Meter hohe Flutwelle ausgelöst: Mehr als 1760 starben.

Auf der Insel Sulawesi hatte ein starkes Erdbeben am 28. September eine sechs Meter hohe Flutwelle ausgelöst, die unter anderem die Stadt Palu traf. In abgelegeneren Gebieten wird das Ausmaß der Zerstörung erst allmählich klar. Allein im Ortsteil Balaroa verschwanden nach Darstellung des nationalen Rettungsdienstes rund 1000 Häuser und möglicherweise ebenso viele Bewohner in einer Art Erdloch.

Indonesien liegt am pazifischen Feuerring und wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert. Im August kamen bei einer Reihe von größeren Beben mehr als 500 Menschen auf der Touristeninsel Lombok ums Leben. Bei einem Tsunami an Weihnachten 2004 starben in 13 Ländern der Region 226.000 Menschen, darunter mehr als 120.000 in Indonesien.

Suchaktion soll enden - Seuchengefahr steigt
Lena Bodewein, ARD Singapur
08.10.2018 07:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Oktober 2018 um 13:15 Uhr.

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