US-Notunterkunft für Migrantenkinder in Homestead | Bildquelle: AFP

US-Notunterkunft Katastrophale Lage für Migrantenkinder

Stand: 18.07.2019 11:12 Uhr

Gemaßregelt, schikaniert, zu lange inhaftiert - die Lage für Migrantenkinder in einer US-Notunterkunft sei unhaltbar, kritisiert Amnesty International. Die Einrichtung in Florida müsse geschlossen werden.

Katastrophale Zustände für Migrantenkinder
tagesschau 12:00 Uhr, 18.07.2019, Stefan Niemann, ARD Washington

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft den USA vor, geflüchtete Kinder und Jugendliche unter katastrophalen Bedingungen zu inhaftieren. Diese rechtswidrige Praxis sei das Ergebnis der aktuellen US-amerikanischen Einwanderungspolitik, die auf Abschreckung und Bestrafung setze, kritisiert Amnesty.

Protestierende mit Schildern in Homestead | Bildquelle: CRISTOBAL HERRERA/EPA-EFE/REX
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Die US-Regierung will den Asylschutz für die meisten Migranten aus Mittelamerika aufheben - das betrifft auch Kinder, die alleine ankommen.

Bis zu 2500 Kinder gleichzeitig untergebracht

Der Amnesty-Bericht mit dem Titel "No Home for Children: The Homestead 'Temporary Emergency' Facility" dokumentiert den Angaben zufolge die Zustände in einer privat geführten Notunterkunft in Homestead (Florida). Darin würden Kinder und Jugendliche untergebracht, die alleine in die USA einreisen. Diese Einrichtung müsse so schnell wie möglich geschlossen werden, hieß es. Seit Monaten seien dort mehrere tausend Kinder und Jugendliche inhaftiert, sagte der USA-Experte bei Amnesty International in Deutschland, Sumit Bhattacharyya: "Teilweise waren dort fast 2500 Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren untergebracht. Zurzeit sind dort knapp 2000 Kinder in Haft." Damit verletze die US-Regierung die Rechte dieser Kinder, die auf der Flucht vor Gewalt und Verfolgung in ihren Heimatländern Schutz in den Vereinigten Staaten suchten.

Im April 2019 hätten unbegleitete Kinder im Schnitt 52 Tage in der Notunterkunft in Homestead verbracht. Ein Kind, mit dem Amnesty gesprochen habe, sei insgesamt acht Monate dort gewesen. "Diese lange und unbefristete Inhaftierung von Kindern in Homestead und ähnlichen Einrichtungen verstößt gegen die Menschenrechte und widerspricht dem temporären Charakter einer Notunterkunft", sagte Bhattacharyya.

"Verängstigt, kontrolliert, gemaßregelt"

Amnesty kritisiert zudem die restriktiven Bedingungen in Homestead. Verängstigt und getrennt von ihren Familien würden die Kinder und Jugendlichen streng kontrolliert, gemaßregelt und schikaniert. Wenn sie Dinge für den täglichen Bedarf benötigen, müssten sie ihre Wünsche schriftlich über ein offizielles Antragsformular anmelden. Viele Kinder sprächen indigene Sprachen und könnten die Formulare daher gar nicht erst ausfüllen und ihre Bedürfnisse mitteilen. Dabei hätten die meisten betroffenen Kinder sogar Familienmitglieder in den USA, die sie aufnehmen würden, so Amnesty.

Die Zustände in Arrestzentren für Migranten werden in den USA seit längerem öffentlich scharf kritisiert. Demokratische Abgeordnete hatten nach Besichtigungen in Migrantenzentren von "entsetzlichen" Bedingungen gesprochen. Auch in einem Bericht der Generalinspekteurin des US-Heimatschutzministeriums war von "gefährlicher Überbelegung" die Rede. 

Der Umgang mit Einwanderern bestimmt seit Monaten die politische Debatte in den USA. US-Präsident Donald Trump hat das Vorgehen gegen illegale Einwanderer zu einem der Schwerpunkt seiner Politik gemacht. Insbesondere an der Grenze zu Mexiko versucht er, die Zahl illegaler Einreisen durch eine strikte Abschottung zu senken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juli 2019 um 12:00 Uhr.

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