Irakische Sicherheitskräfte vor der der US-Botschaft in Bagdad | Bildquelle: dpa

Angriff auf US-Vertretung in Bagdad "Die Botschaft ist angekommen"

Stand: 01.01.2020 17:39 Uhr

Irans Oberhaupt hat scharf auf US-Präsident Trumps Aussage reagiert, der Iran sei schuld an der Eskalation im Irak. Vor der US-Botschaft in Bagdad entspannte sich die Lage, nachdem die Demonstranten zum Rückzug aufgefordert worden waren.

Im Irak bleibt die Situation angesichts des Konflikts zwischen den USA und dem Iran angespannt, wenngleich sich die Lage vor der US-Botschaft in Bagdad inzwischen entspannt hat.

Am Dienstag hatten pro-iranische Demonstranten, die teils Militäruniformen trugen, den Empfangsbereich des weitläufigen Gebäudes attackiert, Fenster eingeschlagen und Verwüstungen angerichtet. Mehrere Wachhäuschen vor dem Gebäude wurden in Brand gesetzt. US-Bürger wurden nicht verletzt. Am Morgen gab es neue Zusammenstöße zwischen den militanten Protestierenden, die über Nacht eine Sitzblockade errichtet hatten, und US-Soldaten. Diese setzten Tränengas ein.

Demonstranten haben auf dem Gelände der US-Botschaft ein Wachhäuschen in Brand gesetzt. | Bildquelle: dpa
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Demonstranten setzten Wärterhäuschen in Brand.

Später zogen sich die meisten Demonstranten von der US-Botschaft zurück. Sie folgten dem Aufruf der Volksmobilisierungseinheiten, die schiitische Milizen im Irak vereint. Diese erklärte, die "Botschaft ist angekommen". Auch der irakische Außenminister Mohammed al-Hakim rief zum Rückzug auf.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, junge Männer hätten die Straße vor der Botschaft gefegt und Ausrüstung eingepackt. Schließlich seien sie in Autos fortgefahren worden. Andere errichteten demnach ein Protestcamp bei einem Hotel in der Nähe. Eine weitere Gruppe blieb zunächst vor der US-Botschaft. Die irakischen Streitkräfte teilten jedoch inzwischen mit, dass alle Demonstranten aus dem Umkreis der US-Botschaft abgezogen seien.

Die US-Botschaft leistet bis auf Weiteres keine konsularischen Dienste. US-Bürger wurden aufgefordert, sich der diplomatischen Vertretung nicht zu nähern.

Die US-Regierung verlegt zusätzlich mehr als 650 Fallschirmjäger in die Region. US-Verteidigungsminister Mark Esper erklärte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme angesichts der erhöhten Bedrohungslage im Irak. Es stünden weitere Soldaten bereit, die in den nächsten Tagen ausrücken könnten. In der Silvesternacht waren bereits rund 100 Soldaten von Kuwait aus mit Hubschraubern an die US-Botschaft in Bagdad verlegt worden.

Sturm auf US-Botschaft im Irak verschärft Spannungen mit Iran
tagesthemen 23:15 Uhr, 01.01.2020, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Militäreinsätze gegen schiitische Milizen

Auslöser der Proteste am Dienstag waren US-Luftangriffe auf schiitische Milizen im Irak und in Syrien, die nach Angaben der US-Regierung vom Iran unterstützt werden. Dabei sollen am Wochenende mindestens 25 Kämpfer einer Hisbollah-Brigaden getötet worden sein. Laut US-Verteidigungsministerium wurden Waffenlager und Kommandoeinrichtungen zerstört.

Begründet wurden die Bombardements mit Raketenangriffen der Miliz Kata'ib Hisbollah (Hisbollah-Brigaden) auf eine US-Basis vergangene Woche. Dabei waren ein ziviler Angestellter der US-Armee getötet und mehrere irakische sowie US-Soldaten verletzt worden. Angeblich wurden rund 30 Geschosse auf die Basis abgefeuert.

Scharfe Reaktion aus dem Iran

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei reagierte scharf auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der der iranischen Führung die Schuld für die Angriffe auf die US-Botschaft gab. Die US-Verbrechen im Irak und in Afghanistan hätten dazu geführt, dass "Nationen Euch hassen", schrieb er auf Twitter. Trump handle nicht logisch und er könne gar nichts tun.

Zudem bestellte die iranische Regierung einen Vertreter der Schweizer Botschaft ein, die die US-Interessen im Iran vertritt. Der Iran protestiere "entschieden gegen kriegstreiberische Äußerungen amerikanischer Beamter", hieß es.

Trump hatte am Dienstag den Iran für den Angriff auf das Botschaftsgelände in Bagdad verantwortlich gemacht und mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Jegliche Schäden oder Opfer würden dem Iran teuer zu stehen kommen, schrieb Trump auf Twitter. Dennoch rechne er nicht mit einem Krieg gegen den Iran, erklärte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Januar 2020 um 17:40 Uhr.

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