Donald Trump | Bildquelle: AFP

Trump zum Atomprogramm Unverhohlene Drohung an den Iran

Stand: 09.05.2018 21:14 Uhr

US-Präsident Trump hat dem Iran erneut gedroht: Wenn das Land sein Atomprogramm starte, gebe es "schwerwiegende Konsequenzen". Überall, wo der Iran involviert sei, gebe es "Durcheinander und Tod".

Einen Tag nach seinem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump dem Land mit "sehr schwerwiegenden Konsequenzen" gedroht, sollte es sein Nuklearprogramm ausweiten. "Ich würde dem Iran raten, nicht sein Atomprogramm zu starten", sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten im Weißen Haus.

Auf die Frage, wie seine Antwort auf eine Ausweitung des iranischen Atomprogramms aussehen würde, sagte Trump nur: "Der Iran wird es herausfinden."

Trump sagte weiter, mit dem Ausstieg der USA verhindere er die Weiterverbreitung von Atomwaffen im Nahen Osten. Die Sanktionen, die der Iran nun zu bewältigen habe, würden die schärfsten sein, "die wir jemals einem Land auferlegt haben". Überall, wo der Iran involviert sei, "gibt es Durcheinander und Tod und wir dürfen das nicht zulassen."

"Mattis wirbt für dauerhafte Lösung"

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte als Reaktion auf Trumps Beschluss, das Abkommen von 2015 aufzukündigen und frühere Wirtschaftssanktionen gegen Teheran wieder in Kraft zu setzen, mit einer Verstärkung der Urananreicherung gedroht. Im Rahmen des Abkommens hatte sich Teheran zu einer deutlichen Reduzierung seiner Urananreicherung verpflichtet.

US-Verteidigungsminister Jim Mattis beteuerte, dass seine Regierung weiterhin mit den europäischen Verbündeten in der Iran-Frage zusammenarbeiten wolle. Als Ziel nannte Mattis dabei in einer Senatsanhörung unter anderem, dass der Iran "nie eine Atomwaffe erlangen" könne.

Mattis gilt als moderate Kraft innerhalb der US-Regierung. Er war für ein Festhalten an dem Iran-Abkommen eingetreten. Allerdings hatte auch Trump bei Bekanntgabe seiner Ausstiegsentscheidung gesagt, dass seine Regierung zusammen mit den Verbünden an einer "wirklichen, umfassenden und dauerhaften Lösung für die iranische Nuklearbedrohung" arbeiten werde.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 10. Mai 2018 um 00:14 Uhr.

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