Eine Zentrifuge vor der iranischen Flagge | Bildquelle: dpa

Urananreicherung Iran droht Europäern im Atomstreit

Stand: 17.06.2019 13:01 Uhr

Im Atomstreit wächst der Druck auf die Europäer: Der Iran will stärker Uran anreichern, sollte das internationale Atomabkommen endgültig scheitern. Bereits in zehn Tagen könnte es soweit sein.

Der Iran will sich in weiteren zentralen Punkten aus dem internationalen Atomabkommen zurückziehen. Das Land droht damit, mehr Uran anzureichern als zulässig - und dieses auch höher anzureichern. Damit droht das endgültige Aus des 2015 vereinbarten Abkommens.

Man werde künftig Uran bis zu 20 Prozent anreichern, erklärte die iranische Atomenergiebehörde. Das wäre knapp unter der Grenze zur Atomwaffentauglichkeit. Außerdem werde die im Atomabkommen erlaubte Menge von 300 Kilogramm in zehn Tagen überschritten. Man habe die Produktion vervierfacht und jüngst sogar noch weiter hochgefahren, erklärte der Sprecher der Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi.

Atomanlage im Iran | Bildquelle: dpa
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Der Iran hatte im Mai erklärt, dass die Uranproduktion in der Atomanlage Natans um das Vierfache erhöht worden sei.

Europäer wollen Abkommen retten

Der Iran erhöht damit den Druck unter anderem auf Deutschland. Noch reiche die Zeit, erklärte die Behörde. Dazu aber müssten die Europäer handeln. Die europäischen Vertragsstaaten versuchen, das 2015 in Wien geschlossene Atomabkommen zu bewahren. Zuletzt hatte sich Bundesaußenminister Heiko Maas in Teheran bei Außenminister Mohammad Javad Zarif für das Abkommen eingesetzt.

Die USA waren vor mehr als einem Jahr einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen. Sie forderten Neuverhandlungen und belegten den Iran deshalb mit harten Sanktionen. Das Land lehnte bisher Neuverhandlungen und strengere Auflagen für sein Atomprogramm ab. Irans Präsident Hassan Rouhani stellte den verbliebenen Vertragspartnern ein Ultimatum bis zum 7. Juli, um ihre Zusagen umzusetzen.

Iran plant Uran stärker anzureichern
Karin Senz, ARD Istanbul
17.06.2019 13:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juni 2019 um 15:00 Uhr.

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