Der britische Öltänker Stena Impero | Bildquelle: AP

Konflikt am Golf London verurteilt Irans Tanker-Aktion

Stand: 21.07.2019 05:59 Uhr

Die britische Regierung hat die Beschlagnahmung eines britischen Tankers durch den Iran als illegal verurteilt. In einem Brief an die UN heißt es, das Schiff habe sich in den Gewässern des Oman befunden. Laut Medienberichten erwägt Großbritannien Sanktionen.

Großbritannien hat die Beschlagnahmung eines Tankers durch den Iran in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat verurteilt. "Das Völkerrecht verlangt, dass das Recht auf Durchreise nicht behindert wird, und deshalb stellt die iranische Aktion einen illegalen Eingriff dar", heißt es in dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief, der auch an UN-Generalsekretär Antonio Guterres geschickt wurde. Der Tanker habe sich in omanischen Hoheitsgewässern befunden, als er von iranischen Streitkräften beschlagnahmt worden sei.

"Die derzeitigen Spannungen sind äußerst besorgniserregend, und unsere Priorität ist die Deeskalation. Wir suchen nicht die Konfrontation mit dem Iran", heißt es in dem Brief an die UN. "Aber es ist inakzeptabel und eskalierend, die Schifffahrt zu bedrohen, die ihr legitimes Geschäft über international anerkannte Transitkorridore abwickelt."

Großbritannien forderte den Iran erneut auf, den Tanker "Stena Impero" freizugeben.

Drohende Eskalation im Konflikt mit dem Iran?
tagesthemen 23:30 Uhr, 21.07.2019, Annette Dittert, ARD London

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Sanktionen gegen den Iran möglich

Einem Medienbericht zufolge erwägt die britische Regierung Sanktionen gegen den Iran. Außenminister Jeremy Hunt dürfte heute diplomatische und wirtschaftliche Maßnahmen bekanntgeben, berichtete der "Daily Telegraph". Dazu gehöre das mögliche Einfrieren von Vermögen.

Großbritannien könnte demnach darauf drängen, dass die Sanktionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union gegen den Iran erneut verhängt werden. Diese waren 2016 nach einem Abkommen über das iranische Atomprogramm aufgehoben worden.

Das britische Parlament soll am Montag über die Lage informiert werden.

Außenminister Jeremy Hunt verlässt Downing Street | Bildquelle: AP
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Laut Angaben des britischen Außenministers Jeremy Hunt hat sich die "Stena Impero" in omanischen Hoheitsgewässern befunden.

Der britische Außenminister hatte zuvor mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Zarif telefoniert. Hunt brachte bei dem Gespräch nach eigenen Angaben seine "tiefe Enttäuschung" über die Situation zum Ausdruck. Hunt sagte, er nehme an, dass die Festsetzung eines iranischen Öltankers im britischen Gibraltar Auslöser für das jüngste Vorgehen sei. Der Tanker mit für Syrien bestimmtem Öl war Anfang Juli wegen des Verdachts auf Verstoß gegen EU-Sanktionen gestoppt worden. Am Freitag ordnete der Oberste Gerichtshof Gibraltars an, das Schiff weitere 30 Tage festzuhalten, bis zum 20. August.

Sarif erklärte auf Twitter, es sei der Iran, der im Persischen Golf und in der Straße von Hormus die Sicherheit garantiere. "Anders als die Piraterie in der Straße von Gibraltar dient unsere Maßnahme im Persischen Golf dazu, die maritimen Regeln zu bewahren", so Sarif.

Laut Teheran Unfall mit einem Fischerboot

Der Iran hatte bislang angegeben, das Schiff unter britischer Flagge sei im Golf von Hormus in internationalen Gewässern gestoppt worden. Teheran rechtfertigte die Festsetzung der "Stena Impero" damit, dass das Schiff in einen Unfall mit einem iranischen Fischerboot verwickelt gewesen sei und dessen Notruf ignoriert habe, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Großbritannien wies diese Darstellung zurück.

Die iranischen Revolutionsgarden veröffentlichten ein Video, das die Beschlagnahmung der "Stena Impero" zeigen soll. In dem Film nähern sich Schnellboote dem Schiff, dessen Name klar zu sehen ist. Bewaffnete und maskierte Soldaten seilen sich von einem über dem Tanker fliegenden Hubschrauber ab. Mit derselben Taktik hatte die britische Marine den iranischen Tanker vor Gibraltar festgesetzt.

Die iranischen Revolutionsgarden haben ein Video ervöffentlicht, das die Beschlagnahmung der "Stena Impero" zeigen soll. | Bildquelle: AFP
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Die iranischen Revolutionsgarden haben ein Video veröffentlicht, das die Beschlagnahmung der "Stena Impero" zeigen soll.

Britische Reederei weist Vorwürfe zurück

Nach Angaben der britischen Reederei, die die "Stena Impero" unterhält, hatte das Schiff alle Navigationsregeln eingehalten. Dies gelte auch für alle internationalen Vorschriften.

Es seien 23 Seeleute an Bord aus Indien, Russland, Lettland und den Philippinen, sagte Erik Hanell, der Chef der Reederei Stena Bulk. Sie seien den Umständen entsprechend wohlauf. Bislang gebe es keine Berichte über Verletzungen. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Besatzung bleibe das Hauptaugenmerk der Firma.

Maas warnt vor Eskalation der Gewalt

Bundesaußenminister Heiko Maas warnte vor einer Eskalation der Gewalt gewarnt. "Es geht darum, Krieg zu verhindern", sagte Maas der "Bild am Sonntag". Darauf seien alle Bemühungen mit den europäischen Partnern und den Staaten der Region gerichtet.

Die Situation am Golf sei "noch ernster und gefährlicher geworden, als sie ohnehin schon war", sagte Maas. Er rief den Iran zum Einlenken auf: "Gerade in Teheran muss man jetzt seiner Verantwortung gerecht werden und nicht weiter an der Eskalationsspirale drehen." Um den Konflikt zu entschärfen brauche es nun eine "kluge Diplomatie", die Gesprächskanäle offen halte und Wege zur Vertrauensbildung finde.

Die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini forderte nach Angaben eines Sprechers die sofortige Freilassung des britischen Schiffs und warnte vor einer weiteren Eskalation.

US-Präsident Donald Trump beauftragte unterdessen den republikanischen Senator Rand Paul, eine Aufnahme von Gesprächen mit dem Iran auszuloten. Der Senator habe seine Hilfe angeboten, erklärte Trump. "Wir werden sehen, was passiert."

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 20. Juli 2019 um 21:50 Uhr.

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