Hassan Rouhani spricht bei der Einweihung des Raketenabwehrsystems  Bavar-373 | Bildquelle: VIA REUTERS

Spannungen in Golfregion Iran präsentiert Raketenabwehrsystem

Stand: 22.08.2019 13:33 Uhr

Ungeachtet internationaler Sanktionen und Spannungen hat der Iran sein erstes selbst produziertes Raketenabwehrsystem präsentiert. Es soll sich um ein mobiles System mit Raketen großer Reichweite handeln, berichten Staatsmedien.

Das Staatsfernsehen zeigte Präsident Hassan Rouhani bei der feierlichen Inbetriebnahme: Der Iran hat inmitten der Spannungen mit den USA und anderen Staaten sein erstes selbst produziertes Luftabwehrsystem präsentiert. Dabei handele es sich um ein mobiles System mit Raketen großer Reichweite.

Das Bawar-373-Systems soll dem russischen System S-300 und dem US-Patriot-System ähneln. Das System sei "besser als die S-300 und nah an den S-400", erklärte Rouhani. Das russische S-400-Raketenabwehrsystem gilt als das leistungsstärkste Luftabwehrsystem der Welt.

Ins iranische Luftabwehrsystem eingegliedert

Rouhani ordnete nach der offiziellen Präsentation der Raketen beim Tag der Nationalen Rüstungsindustrie an, dass sie in das iranische Luftabwehrsystem eingegliedert werden. Sein Büro veröffentlichte Fotos, auf denen Lastwagen mit Raketenabschusseinrichtungen zu sehen waren. Nach offiziellen Angaben haben die Bawar-373 eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern.

Der Iran hatte mit der Entwicklung des Bawar-Systems begonnen, nachdem die Lieferung russischer S-300-Raketen im Jahr 2010 wegen der internationalen Sanktionen ausgesetzt worden war.

Raketenabwehrsystem Bavar-373 | Bildquelle: VIA REUTERS
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Das Raketenabwehrsystem Bavar-373

Spannungen in Golfregion massiv verschärft

Die S-300 wurden erst nach jahrelanger Verzögerung im März 2016 installiert, nachdem die Sanktionen infolge des internationalen Atomabkommens von Juli 2015 aufgehoben worden waren.

Seit dem Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Atomabkommen und der Verhängung neuer Sanktionen gegen den Iran haben sich die Spannungen in der Golfregion massiv verschärft. Im Juni brachte der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne über der Seestraße von Hormus die beiden Länder an den Rand einer gewaltsamen Konfrontation.

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