Versorgungsschiff Konarak | Bildquelle: dpa

Golf von Oman 19 Tote nach iranischer Militärübung

Stand: 11.05.2020 12:32 Uhr

Bei Militärübungen der iranischen Marine im Golf von Oman sind 19 Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Das Hilfsschiff "Konarak" sei versehentlich von den eigenen Truppen beschossen worden, teilte der Iran mit.

Der mutmaßliche Unfall ereignete sich demnach am Sonntagnachmittag in den Gewässern von Dschask und Tschabahar. Bei den Übungen soll eine von der iranischen Korvette "Dschamaran" abgefeuerte Rakete versehentlich das Hilfsschiff "Konawar" getroffen haben. Nach Angaben des Staatssenders IRIB habe die "Konawar" nicht den notwendigen Abstand gehalten und sei daher von der Rakete getroffen worden.

"Konarak" kann Seezielflugkörper abfeuern

Bisher ist unklar, wie viele Crewmitglieder sich zum Zeitpunkt des Vorfalls an Bord befanden.  Die 15 Verletzten wurden in der Provinz Sistan und Belutschistan ins Krankenhaus gebracht, wie ein Sprecher der Universitätsklinik der Provinz der Nachrichtenagentur Isna sagte. Zwei Marinesoldaten befinden sich demnach auf der Intensivstation.

Bei der "Konarak" handelt es sich iranischen Medien zufolge um ein 47 Meter langes Schiff mit einer Kapazität von 40 Tonnen, das in der Regel von etwa 20 Mann besetzt ist. Die "Konarak" sei in der Lage, Seezielflugkörper abzufeuern.

Das beschädigte Schiff sei nun für "technische Untersuchungen" in einen Hafen gebracht worden, teilte das Militär weiter mit. Weitere Details sollen nach den Untersuchungen bekannt gegeben werden.

Unerklärlicher "Vorfall"

Der Iran hält regelmäßig Übungsmanöver in der Region ab. Der Golf von Oman liegt nahe an der für den weltweiten Erdölhandel strategisch wichtigen Straße von Hormus, einer Meerenge. Iranische Medien berichten selten über Pannen während Übungen. Zunächst war von einem unerklärlichen "Vorfall" die Rede gewesen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Mai 2020 um 12:45 Uhr.

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