Eine Rakete wird von Houthi-Rebellen in Richtung Saudi-Arabien abgeschossen | Bildquelle: REUTERS

Bericht der UN Iran lieferte Waffenteile in den Jemen

Stand: 15.06.2018 11:01 Uhr

Der Iran hat Teile für Raketen an die jemenitischen Huthis geliefert. Das haben die UN nun bestätigt. Doch das Wann bleibt ungeklärt - und damit auch, ob der Iran gegen das Atomabkommen verstoßen hat.

Seit Monaten schwelt der Streit, ob der Iran Bauteile für Raketen in den Jemen geliefert und damit gegen das Atomabkommen verstoßen hat. Nun haben die Vereinten Nationen einen neuen Bericht vorgelegt - mit dem Ergebnis: Ja, der Iran habe Waffenteile exportiert, doch ein Verstoß sei damit noch nicht belegt.

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Trümmerteile von fünf Raketen untersucht

Im Bericht wird UN-Generalsekretär António Guterres zitiert. Seinen Angaben zufolge wurden die Trümmerteile von fünf ballistischen Raketen untersucht, die seit vergangenem Juli aus dem Jemen nach Saudi-Arabien abgefeuert wurden. Hinter den Angriffen stünden vermutlich die Huthi-Rebellen, die im Jemen gegen die Regierungstruppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi kämpfen und vom Iran unterstützt werden. Saudi-Arabien hingegen zählt zu den Verbündeten der jemenitischen Regierung.

Einige Bauteile der untersuchten Raketen stammen aus Sicht der UN aus dem Iran, zudem ähnelten einige Designelemente denen iranischer Raketen.

War das Waffenembargo schon in Kraft?

Trotzdem spricht der Weltsicherheitsrat nicht von einem Verstoß gegen das Atomabkommen mit dem Iran. Das wurde 2015 geschlossen: Seit Mitte Januar darf der Iran demnach weder atomare oder ballistische Waffen- beziehungsweise Waffenteile exportieren noch importieren.

Die UN können jedoch nicht feststellen, wann die Bauteile der fünf ballistischen Raketen in den Jemen geliefert wurden. Daher ist nicht klar, ob der Iran gegen das Waffenembargo verstoßen hat.

Vor allem die USA hatten dem Iran genau diesen Verstoß wiederholt vorgeworfen und begründen damit auch ihren Ausstieg aus dem Atomabkommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2018 um 23:51 Uhr.

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