Tausende Trauernde auf dem Trauerzug des getöteten Generals Kassem Soleimani in der Stadt Kerman. | Bildquelle: AFP

Beisetzung von Soleimani Massenpanik bei Trauerzug im Iran

Stand: 07.01.2020 12:17 Uhr

Während der Trauerfeierlichkeiten für den getöteten iranischen General Soleimani ist es in Kerman zu einer Massenpanik gekommen. Nach iranischen Agenturberichten starben mindestens 40 Menschen. 190 seien verletzt worden.

In der iranischen Stadt Kerman sind bei einer Massenpanik viele Menschen ums Leben gekommen. Iranische Agenturen sprechen von mindestens 40 Toten, 190 Menschen seien verletzt worden. Die Menschen hatten an der Trauerprozession für den getöteten General Kassem Soleimani teilgenommen. Die Beisetzung des Militärs soll der Nachrichtenagentur Isna zufolge verschoben werden.

Vor der Beisetzung des bei einem US-Drohnenangriff getöteten General Soleimani versammelten sich Tausende Menschen in dessen Heimatstadt Kerman. Auf einem Platz im Stadtzentrum waren zwei Särge mit den sterblichen Überresten Soleimanis und des ebenfalls getöteten Brigadegenerals Hossein Purdschafari aufgebahrt. Der Marsch führte durch das Zentrum der Stadt im Südosten des Landes zum Märtyer-Friedhof. Dort soll Soleimani später beerdigt werden.

Soleimanis Trauerfeier: Rufe nach Rache, Drohungen und Massenpanik
tagesschau 12:00 Uhr, 07.01.2020, Natalie Amiri, BR

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Wegen des erwarteten Massenandrangs war der Dienstag in Kerman zum örtlichen Feiertag erklärt worden - wie zuvor schon der Montag in der Hauptstadt Teheran. Damit wollte die Regierung möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich von dem als Märtyrer verehrten General zu verabschieden.

Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde, Hossein Salami, drohte bei den Feierlichkeiten mit Racheakten an Verbündeten Amerikas. Der Iran werde jene Orte "in Brand stecken", die von den USA unterstützt würden, erklärte Salami.

Zuvor hatte es in mehreren iranischen Städten große Trauerzüge gegeben. Allein in Teheran nahmen am Montag nach Medienberichten Millionen Menschen Abschied von Soleimani. Der General war in der Nacht zum Freitag von US-Drohnen in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit einem Raketenangriff getötet worden.

Iran erklärt US-Truppen zu Terroristen

Das iranische Parlament erhöhte das Budget der Revolutionsgarden bis zum Ende des persischen Jahres (20. März 2020) um 200 Millionen Euro. Zudem erklärte die Versammlung das amerikanische Militärkommando im US-Verteidigungsministerium zu "Terroristen". Die dazu gehörenden Personen würden damit Ziel iranischer Sanktionen, heißt es in einem im Schnellverfahren verabschiedeten Gesetz.

Das Gesetz dürfte im Zusammenhang mit der von der iranischen Führung angedrohten harten Vergeltung stehen. Es scheint zudem eine Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump im April verkündete Entscheidung zu sein, die Revolutionsgarde zu einer terroristischen Organisation zu erklären.

Iran erklärt US-Militär zu Terroristen
Karin Senz, ARD Istanbul
07.01.2020 09:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Januar 2020 um 08:00 Uhr.

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