Der iranische Öltanker Adrian Darya 1 vor Gibraltar | Bildquelle: REUTERS

Iranischer Supertanker Griechenland weist "Adrian Darya 1" zurück

Stand: 21.08.2019 15:50 Uhr

Die griechische Regierung will die Reise des Öltankers "Adrian Darya 1" nicht unterstützen. Sie verweigert dem iranischen Schiff die Einfahrt in griechische Häfen - und gibt damit dem Druck der USA nach.

Im Ringen um einen Supertanker mit iranischem Öl hat Griechenland versichert, in seinen Häfen werde dieser nicht anlegen. Das Schiff sei zu groß für die griechischen Häfen und könne seine Fracht im Wert von 130 Millionen Dollar nicht legal löschen, sagte der stellvertretende Außenminister Miltiadis Varvitsiotis.

Athen habe eine "sehr deutliche Botschaft" ausgesendet, den Transport des Öls - mutmaßlich auf dem Weg nach Syrien - nicht zu ermöglichen, so Varvitsiotis. Der Tanker könne immer noch in griechische Hoheitsgewässer einfahren und vor der Küster vor Anker gehen. Die Regierung werde dann sehen, wie sie weiter vorgehe.

Schriftzug am Rumpf der "Adrian Darya 1" - vormals bekannt unter dem Namen "Grace 1" | Bildquelle: REUTERS
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Die "Grace 1" wurde in "Adrian Darya 1" umbenannt. Vor Gibraltar war das Schiff mehr als sechs Wochen lang festgehalten worden.

Die Beziehungen zu den USA nicht beeinträchtigen

Varvitsiotis räumte ein, Athen sei von den USA unter Druck gesetzt worden, dem iranischen Schiff keinen Ankerplatz und keine Unterstützung zu gewähren. Die griechische Regierung wolle die Beziehungen zu den USA nicht beeinträchtigen, sagte er.

Am Dienstag hatte das US-Außenministerium Griechenland und andere Mittelmeerländer gewarnt, dass Geschäfte mit dem Tanker einer Unterstützung von Terroristen entsprächen.

Ziel sei Kalamata, hieß es

Die US-Regierung geht davon aus, dass der Tanker "Adrian Darya 1" unter iranischer Flagge auf dem Weg nach Syrien ist und damit Sanktionen unterliegt. Das Schiff, vormals "Grace 1", hatte Gibraltar am Montag verlassen. Sein nächstes Ziel sei Kalamata im Süden der Halbinsel Peloponnes, hieß es.

Vor Gibraltar war das Schiff mehr als sechs Wochen lang festgehalten worden - wegen des Verdachts, gegen europäische Sanktionen gegen Syrien zu verstoßen. Gibraltar teilte bei der Freigabe mit, der Iran habe versichert, seine Fracht nicht in Syrien abzuladen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. August 2019 um 13:13 Uhr.

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