Am 17. Juni 2019 vom US-Verteidigungsministerium zur Verfügung gestelltes Foto zeigt nach Angaben der Marine angeblich, wie Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand eines Tankers entfernen | Bildquelle: dpa

Konflikt zwischen USA und Iran Elf weitere Fotos, 1000 weitere Soldaten

Stand: 18.06.2019 09:57 Uhr

"Iran hat es getan", sagt US-Präsident Trump. Dessen Verbündete haben daran Zweifel. Nun legte die US-Regierung neue Fotos vor, die Irans Angriffe auf Tanker belegen sollen. Und sie schickte weitere Soldaten.

Es soll um Selbstverteidigung gehen, um Aufklärung: Das Pentagon schickt 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten. Der amtierende Verteidigungsminister Patrick Shanahan teilte mit, sie sollten auf Bedrohungen reagieren. Die jüngsten Angriffe des Iran hätten Geheimdienst-Informationen bestätigt - Informationen über ein feindseliges Verhalten iranischer Truppen und ihrer Erfüllungsgehilfen. Sie bedrohten amerikanische Bedienstete und amerikanische Interessen in der Region. Die USA hatten bereits im Mai ihre Truppen im Nahen Osten verstärkt, zum Beispiel durch die Entsendung von B-52-Bombern und eines Flugzeugträgers.

Die Trump-Regierung geht fest davon aus, dass der Iran zum Beispiel für die Attacke auf zwei Tanker in der vergangenen Woche verantwortlich ist. Präsident Donald Trump sagte schon am Freitag bei Fox News: "Iran hat es getan - und wir wissen das, weil wir das Boot gesehen haben. Eine Mine ist nicht explodiert, da steht de facto überall Iran drauf."

Elf weitere Fotos veröffentlicht

Allerdings gibt es an dieser Einschätzung viele Zweifel, auch bei den europäischen Verbündeten. Das Pentagon legte darum noch einmal nach und veröffentliche elf Fotos, die zeigen sollen, wie iranische Soldaten eine Mine von einem der Tanker entfernten, die nicht explodiert war. Die Fotos sollen von einem US-Marine-Hubschrauber aufgenommen worden sein. Sie stützen ein Video, das die USA in der vergangenen Woche veröffentlicht hatten.

Im Ringen mit Iran setzt die US-Regierung darauf, dass sie auch andere Länder an ihrer Seite hat. Die Sprecherin des Außenministeriums, Morgan Ortagus, sagte gestern: "Wir werden weiterhin mit unseren Alliierten, unseren internationalen Partnern zusammenarbeiten, die helfen wollen, dieses iranische Verhalten zu verhindern." Iran solle sich "wie ein normales Land verhalten", so Ortagus weiter. "Unsere Forderungen sind nicht groß, wir wollen, dass sie aufhören, die Region zu terrorisieren."

Dieses am 17. Juni 2019 vom US-Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto wurde von einem Hubschrauber der US-Marine aufgenommen und soll nach Angaben der Marine zeigen, wie Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand des Tankers "Kokuka Courageous" entfernen. | Bildquelle: AP
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Dieses Foto soll zeigen, wie Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand des Tankers "Kokuka Courageous" entfernen.

Dieses am 17. Juni 2019 vom US-Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt nach Angaben der US-Marine das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf des Öltankers "Kokuka Courageous" gerissen haben soll. | Bildquelle: dpa
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Ein anderes zeigt laut Pentagon das Loch, das eine andere Haftmine in den Rumpf des Öltankers gerissen hat. Insgesamt veröffentlichte das Pentagon elf neue Fotos.

Kritik an Trump auch von Republikanern

Das Verhältnis zu wichtigen Alliierten ist aber angespannt - besonders, wenn es um Iran geht. Die Trump-Regierung hatte den Iran-Atom-Deal gegen den Willen der beteiligten Europäer aufgekündigt. Nun droht Iran, bald habe man mehr angereichertes Uran produziert als der Vertrag erlaube.

Außenpolitische Experten werfen der Trump-Regierung vor, mit ihrem Konfrontationskurs wichtige Alliierte verprellt zu haben. Diese Kritik ist sogar bei Trumps Republikanern zu hören. Der Abgeordnete Adam Kinzinger sagte bei CNN:

"Ich denke, der Präsident macht in vielen Bereichen einen guten Job, aber einer meiner Kritikpunkte ist sein Ton: Wie er mit Alliierten spricht, wie er Bündnisse schmiedet. Alliierte sind äußerst wichtig für uns. Es ist verständlich, wenn Leute nach dem Irak-Krieg etwas dünnhäutig sind. Aber wir können nicht unsere nationalen Verteidigungsziele aufgeben, nur um Misstrauen zu beenden."

"Politik des maximalen Drucks"

Die Trump-Regierung spricht von einer Politik des maximalen Drucks, um den Iran zum Einlenken zu bewegen. Allerdings gibt es intern Meinungsverschiedenheiten, wie weit diese Drohung geht.

Kongressmitglieder wie der Demokrat John Garamendi machen darauf aufmerksam, dass sie einem Krieg zustimmen müssten: "Mir machen Äußerungen von Außenminister Pompeo und anderen Sorgen, dass der Präsident maximalen Druck ausüben will. Demokraten und Republikaner haben sehr klargemacht: Wenn der Präsident offensiv gegen Iran vorgehen will, braucht er die Erlaubnis des Kongresses."

Konflikt mit Iran: USA schicken weitere Truppen in die Region
Jan Bösche, ARD Washington
18.06.2019 06:53 Uhr

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