Wahlplakate in Israel | Bildquelle: AP

Absage an Netanyahu Gantz will selbst Ministerpräsident werden

Stand: 19.09.2019 14:50 Uhr

Weiter keine Lösung des Patts in Israel: Blau-Weiß hat das Koalitionsangebot von Premier Netanyahu abgelehnt. Parteichef Gantz strebt eine Einheitsregierung mit ihm als Ministerpräsident an.

Die größte Oppositionspartei in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahus Angebot einer gemeinsamen Regierung eine Absage erteilt. "Wir werden in keine von Netanyahu angeführte Koalition eintreten", sagte Mosche Jaalon, einer der ranghöchsten Vertreter des Bündnisses Blau-Weiß. Netanyahu erklärte, er sei überrascht und enttäuscht von der Zurückweisung. Er bleibe jedoch für Gespräche offen.

Gantz reklamiert Amt für sich

Der Chef des Blau-Weiß-Bündnisses, Benny Gantz, selbst äußerte sich nicht zu Netanyahus Vorstoß. Er sagte aber, er wolle eine Einheitsregierung bilden und anführen. "Blau-Weiß hat bei der Wahl gesiegt, sie ist die größte Partei", sagte Gantz. Sein Parteifreund Jair Lapid sagte, Netanjahu sei nicht bereit, die Wahlergebnisse zu akzeptieren und wolle das Land zu einem dritten Wahlgang zerren.

Gantz hatte erst am Mittwoch erneut eine Koalition mit dem rechtskonservativen Likud-Block ausgeschlossen, solange dieser von Netanyahu geführt wird. Er begründete dies mit den Korruptionsvorwürfen, denen sich der Regierungschef ausgesetzt sieht. Netanyahu hat erklärt, er habe sich nichts zuschulden lassen kommen. Das offizielle Endergebnis der Wahl vom Dienstag liegt noch immer nicht vor.

Wieder Patt in Israel

Israelischen Medienberichten zufolge zeichnet sich nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen aber wie schon im April ein Patt zwischen Likud und dem gemäßigteren Bündnis Blau-Weiß ab. Für keines der beiden Lager reicht es demnach voraussichtlich zu einer klaren Mehrheit in der Knesset. Allerdings kann das Mitte-Links-Lager auf einen Sitz Vorsprung hoffen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. September 2019 um 14:45 Uhr.

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