Archäologin zeigt das Mosaik auf dem ehemaligen Kirchenboden in der Stadt Bei Shemesh | Bildquelle: AFP/Israel Antiquities Authority

Archäologie in Israel Kirche aus dem 6. Jahrhundert entdeckt

Stand: 23.10.2019 14:47 Uhr

Forscher haben in Israel eine 1500 Jahre alte Kirche entdeckt. Archäologen gehen davon aus, dass der Bau einem Märtyrer gewidmet war. Die Kirche gehört zu den besterhaltenen in Israel.

Bei den Vorbereitungen für den Bau eines neuen Wohngebietes westlich von Jerusalem waren Überreste eines Gebäudes entdeckt worden. Nun ist klar: Es handelt sich um eine 1500 Jahre alte byzantinische Kirche. Laut israelischer Altertumsbehörde legten Archäologen spektakuläre Mosaike frei und, was außergewöhnlich ist, eine vollständig intakte Gruft. In ihr seien vermutlich die sterblichen Überreste eines Märtyrers aufbewahrt worden, wie eine griechische Inschrift nahelegt. Sie sei wahrscheinlich eine Pilgerstätte gewesen.

Unklar, welchem Märtyrer die Kirche gewidmet war

Um wen es sich bei dem Märtyrer handelte, sei allerdings nicht klar, sagte Ausgrabungsdirektor Benjamin Storchan. "Seine Identität ist nicht bekannt. Die außergewöhnliche Üppigkeit der Strukturen der Kirche und ihrer Inschriften deutet aber darauf hin, dass dieser Mensch eine wichtige Figur war." Die Wände seien mit farbenfrohen Fresken verziert gewesen.

Einzigartiger Erhaltungszustand der Kirche

Die gesamte Anlage hatte eine Größe von 1500 Quadratmetern. Ausgrabungsleiter Storchan erklärte: "Wir kennen im Heiligen Land einige hundert Kirchen, aber diese ist vom Erhaltungszustand bei weitem die beste." Die Ausgrabungen kosteten rund 1,8 Millionen Euro.

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Ärchäologen entdecken 1500 Jahre alte Kirche in Israel

Ausgrabung 1500 Jahre alte Kirche in Ramat Beit Shemesh/Israel

Bei der Vorbereitung für den Bau eines neuen Wohnviertels in Beit Schemesch westlich von Jerusalem wurden die Überreste einer rund 1500 Jahre alten byzantinischen Kirche entdeckt. | Bildquelle: AFP

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 23. Oktober 2019 um 23:30 Uhr.

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