Massendemo gegen Israels Ministerpräsident Netanyahu. | Bildquelle: AFP

Protest in Israel Massendemos gegen Netanyahu

Stand: 03.12.2017 02:08 Uhr

In der israelischen Stadt Tel Aviv sind Zehntausende Menschen gegen Premierminister Netanyahu auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Korruption und warfen den Justizbehörden vor, die Ermittlungen gegen Netanyahu zu verschleppen.

In Israel sind am Samstag Zehntausende Menschen gegen Premierminister Benjamin Netanyahu und Korruption in der Regierung auf die Straße gegangen. Die Demonstranten versammelten sich am Abend zu einem "Marsch der Schande" auf dem Rothschild-Boulevard in Tel Aviv.

Organisiert wurde der Protestmarsch von Oppositionellen, die seit einiger Zeit jede Woche vor dem Amtssitz von Generalstaatswanwalt Avichai Mandelblit auf die Straße gehen. Sie werfen den Justizbehörden vor, Ermittlungen gegen Netanyahu zu verschleppen.

Zwei Vorwürfe gegen Netanyahu

Netanyahu wird in zwei Fällen der Korruption verdächtigt und wurde bereits mehrfach von der Polizei befragt. In einem Fall geht es um teure Geschenke wie Zigarren und Champagner, die Netanyahu und seine Frau Sara über Jahre hinweg vom israelischen Geschäftsmann und Hollywood-Produzenten Arnon Milchan erhalten haben sollen.

In dem anderen Fall geht es um eine angebliche Vereinbarung mit dem Verleger der Zeitung "Jediot Ahronot". Für eine vorteilhaftere Berichterstattung des Blattes über Netanyahu sollte der Ministerpräsident dabei helfen, den Erfolg der kostenlosen Konkurrenzzeitung "Israel Hajom" zu schmälern. Netanyahu weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Das Ehepaar Netanyahu. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Netanyahu und seine Frau Sara sollen teure Geschenke angenommen haben.

Am Montag berät das israelische Parlament in zweiter und dritter Lesung über einen Gesetzentwurf, mit dem die israelische Regierungspartei Likud amtierende Regierungschefs vor Strafverfolgung schützen will. Die Opposition fürchtet, dass sich Netanyahu damit den beiden laufenden Ermittlungsverfahren entziehen will.

Der Autor des Gesetzestextes, der Likud-Abgeordnete David Amsalem, argumentiert hingegen, dass damit lediglich die Rechte und das öffentliche Ansehen von Verdächtigen geschützt würden.

Mehr zum Thema

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Dezember 2017 um 05:14 Uhr.

Darstellung: